Reviews

Kunst

Label: Dependent Records (2013)

 

„Never change a running system“ – diese Informatikerweisheit nehmen sich auch KMFDM auf ihrem mittlerweile 18. Album zu Herzen.  Böse Zungen mögen geneigt sein, die Aufwärmung des immer gleichen zu proklamieren – doch ich neige hier eher dazu die „conceptual continuity“ zu sehen, die bereits im Titeltrack angesprochen wird.


Eingeordnet wird das Ganze in den Zusammenhang der Femen-Aktionen, was sich sowohl am Cover (einer barbusigen Amazone, die mit einer Motorsäge ein Kreuz fällt)  als auch der Titelauswahl überdeutlich erkennen lässt. Angesichts der Thematik hätte man vielleicht eine Spur mehr Härte und Aggressivität erwartet, doch andererseits nehmen sich KMFDM auch auf diesem Album (glücklicherweise) nicht zu ernst und so ist es eher die pure Freude am Spielen als die politische Aussage, die das Album trägt. Diese lockere Art zeigt sich auch schon im ersten Lied, das als Mischung aus Diskografie und Lobeshymne daherkommt, ohne aber überheblich zu wirken.


Was bleibt ist ein großartiges Album, das aber nicht „groß“ ist. KMFDM liefern hier solide und bewährte Kost, musikalische Wendungen wie auf „Symbols“ oder auch nur „Nihil“ sollte man allerdings nicht erwarten. Doch auch wenn das Album wohl nicht zu den Meilensteinen der Bandgeschichte gehören mag, dürfen auch Neulinge beruhigt zugreifen – für Fans ist es ohnehin ein Pflichtkauf.

KoJe






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