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Diin

Label: Dark Essence Records (2012)

Und wenn es noch so polnisch klingt, so steckt doch immer ein Norweger dahinter. In diesem Fall gleich vier, denn mit der Verstärkung durch Ask (Kampfar) an den Drums ist das Line-up nunmehr komplett. Dass die Jungens bereits mit Enslaved durch die Lande zogen, verwundert mit Blick auf das erste Album "Monolith" weniger. Jetzt also das zweite Album "Diin", das mit neun Tracks um die Käufergunst buhlt. Wenn man auch die Wurzeln im Stoner kaum verhehlen kann, so gibt es vor allem eine ordentliche Prise Sludge.

Auf der Habenseite können Krakow verbuchen, dass man der Band die Entwicklung schon anmerkt. Die ersten Tracks mögen noch den Eindruck des Altbekannten vermitteln, doch bereits 'Termination Of Origin' und 'Mound' zeigen, dass es auch anders geht. Hier zeigt sich der experimentelle Anspruch, den sich die Band auf die Fahnen schreibt. Und tatsächlich kommt das Ganze Isis - etwa dem "Oceanic"-Album - schon nahe, was ja wohl auch Sinn der Sache ist.

Demgegenüber steht das Problem, dass sich auf dem gesamten Album kein einziger wirklicher Reißer findet. Nicht dass die Jungs schlechte Arbeit liefern würden, aber gerade angesichts des eher gemächlichen Tempos, das ihre eingeschlagene Musikrichtung vorgibt, fehlt ein Alleinstellungsmerkmal, dass das Album aus der Masse der "ganz nett"-Konsorten heraushebt.

So bleibt als Fazit, dass es sich um ein ordentliches Album handelt, dass sich abseits ausgetretener Pfade bewegt, aber vom Hörer auch Aufmerksamkeit fordert. Empfehlenswert für Fans des Genres, der durchschnittliche Metalhead sollte aber ausgiebig probehören, damit er weiß, was auf ihn zukommt.

KoJe