Reviews

Colossal Titan Strife

Label: Xtreem Music (2004)

Da meckert man an einem Label herum, dass da nix gescheites veröffentlicht wird und was passiert? Es gibt doch noch gute Bands auf Xtreem (erinnert mich immer an Extreem Dinosaurs), wie z.B. Kronos. Dennoch spielt man nicht Venom-like (is ja auch mit K geschrieben), sondern ist auch im schnellen Death Bereich angesiedelt, aber wesentlich ausgereifter. Aus Frankreich kommt die Band und beweist erneut, welch feschen Underground das Nachbarland besitzt. Eine Mischung aus viel schnellem US-Death und etwas melodiösem europäischem Todesstahl macht hier das Rennen und das kommt an.

Textlich orientiert man sich an den griechischen Sagen von den Titanen und Göttern, deshalb auch der Bandname. Musikalisch haben Kronos einfach den Bogen raus, ohne Kompromisse zu knüppeln und dennoch die Songs interessant abwechslungsreich zu halten. Bereits der Opener und Albumtiteltrack gibt ein hervorragendes Beispiel für coole Soli, Melodien ab und trotzdem einiges an Feuer her. Ändern wird sich das über die gesamten 43min des Albums nicht. Wer harten, differenzierten Death Metal mag ist hier sicherlich richtig. Dazu tut auch die Produktion ihr übriges, die die technischen Fähigkeiten der Musiker sehr gut präsentiert. Immer wieder interessante Breaks, coole Riffs, die lässig eingestreut werden. Nichts klingt abgeschmackt, sondern eher gut abgeschmeckt. Jeder der 10 Songs (Nr.1 ist ein Intro) hat eine eigene Art, einen Wiedererkennungswert, was bei dieser Musikrichtung nicht sonderlich leicht scheint. Vielleicht liegt es auch an den zarten Thrashzitaten, die gelegentlich eingestreut werden und die absolute, stumpfe Härte aus den Songs nehmen. Beste Songs ohne Frage sind ‚Aeternus Pharaos Curse‘, ‚Haterealm‘ und ‚Monumental Carnage‘, Ausfälle keine. Wer extremen, anspruchsvollen Death Metal mag, darf die Franzosen ohne Bedenken anchecken.

Christian Kremp






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