Reviews

Kasabian
The West Ryder Pauper Lunatic Asylum

Label: Sony (2009)

Die dritte Scheibe ist immer die Wasserscheide, bei der sich herausstellt, wie es mit einer Band weiter geht. Diese Erkenntnis ist schon ziemlich alt. Abgesehen davon, dass die meisten Interpreten gar nicht zu einer dritten Veröffentlichung kommen ist an dieser Aussage viel Wahrheit. Kasabian machen da keine große Ausnahme. Faden sie bei ihrem Debüt noch große Aufmerksamkeit wegen ihrer interessanten Ansätze, so ließ die Begeisterung mit "Empire" schon deutlich erkennbar nach.

Nun ist das Drittwerk am Start und die Kritiker von "Empire" können sich nur verwundert die Augen reiben. Das beginnt schon beim Plattentitel. Das besagte "West Ryder Pauper Lunatic Asylum" war das erste britischen Sanatorium für Geisteskranke aus den ärmeren Schichten in Großbritannien. Demzufolge kann man das Covermotiv (die Bandmitglieder als Napoleons) auch relativ gut nachvollziehen. Mit Größenwahn im richtigen Leben hat das natürlich nicht allzu viel zu tun. Kasabian spielen auf der neuen Platte eine schier unglaubliche Palette aus Sounds der letzten 40 Jahre, bei denen straight gespielter Rock genauso zur Geltung kommt wie Trip Hop oder Psychedelia. Natürlich kann ein solcher Cocktail ob der Fülle seiner Zutaten den einen oder anderen Feinschmecker auch überfordern, aber die Grundausrichtung ist erst einmal sympathisch. Und die ersten Reaktionen der Fans lassen nur eine Interpretation zu: Mit der dritten Scheibe der Band geht es erst einmal steil bergauf!

Frank Scheuermann






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