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Viva Emptiness

Label: Peaceville Records (2003)

Eine Straße im Nirgendwo, ein kleines Mädchen, welches sich dem Betrachter nährt, der Körper verdeckt von einem Engelsflügel. Plötzlich ist sie weg, zu sehen ist nur die verlassene Straße. Wo ist sie? Ist ihr was passiert? Was hatte der Flügel zu bedeuten?

Front und Back Cover werfen einige Fragen auf, eine bestimmte Ungewissheit macht sich breit. Willkommen in der Welt von Katatonia.

Die schwedischen Ausnahmekönner begeisterten bereits mit ihrem letzten Output „Last Fair Deal Gone Down“ die Massen und heimsten massenweise Lobeshymnen ein. „Viva Emptiness“ heißt der Nachfolger, mit dem es der Band erneut gelingt, den Zuhörer zu fesseln und bis zum letzten Ton nicht mehr loszulassen. War der Vorgänger noch etwas eingängiger, so ist „Viva Emptiness“ kein Album, dass man einfach so im Vorbeigehen hören kann, die Scheibe benötigt eine gewisse Durchlaufzeit, bis sie ihre ganze Blüte entfaltet. Komplex aber nicht kompliziert heißt die Devise dieses Albums, dass Musik auf anspruchsvollem Niveau bietet. Obwohl Katatonia keine reinrassige Prog Band sind, sprühen die Schweden vor Raffinesse und Ideenreichtum verpackt in gradlinigen Songs. Dabei erzeugen die Schweden ein mitreißende Atmosphäre, die perfekt als Soundtrack für den Film Blade Runner gedient hätte: Düster, beängstigend, melancholisch. In all diesem Meer von Emotionen und Stimmungen ist es vor allem Sänger Jonas Renske, der den Stücken den nötigen Tiefgang verleiht. Auch wenn die Scheibe als Ganzes überragt, möchte ich den Opener ‚Ghost Of The Sun’ herausheben. Mitreißende Gitarrenparts, starke Gesangslinien und begleitende Chorstimmen gepaart mit einzelnen Screams. Wer diesen Song gehört hat, wird zwangsläufig an dem Album hängen bleiben. Zudem beweist die Band mit ‚Omerta’, dass sie sich auch auf der ruhigeren, melodischen Schiene glanzvoll bewegt.

„Viva Emptiness“ steht für großartige Musik und unterstreicht den Ausnahmestatus von Katatonia.

Oliver Bender






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