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Angel Of Retribution

Label: Sony (2005)

Judas Priest ist eine der Bands, die man für die Erfindung des Heavy Metal und dessen Klischees verantwortlich machen kann. Die Götter des Metal, wie sie oft genannt werden, kommen aus Birmingham und beschlossen 1973 den Rock’n’roll weiterentwickeln. Gepaart mit ihrem damaligen Faible für Lederklamotten und Nieten, die wohl aus ihrer Heimatstadt, dem damaligen Stahlzentrum Birmingham, herrührt, ergab sich daraus eine neue Musikrichtung. Einer 15jährigen Karriere folgte die Auflösung, danach dauerte es weitere 15 Jahre bis die Männer sich wieder vereinigten um mit „Angel Of Retribution“ wieder frische Priestmusik auf den Markt zu bringen.

Schon der erste Track ‚Judas Rising’ vermittelt den Eindruck, dass Rob und seine Jungs ihr Ziel erreicht haben, an ihre alten Werke anzuschließen und den Sound zeitgemäß umzusetzen, denn das Album lässt sich vom Klang keiner Zeit wirklich zuordnen. Bei ‚Deal With The Devil’ bekommt man richtig Lust seine alten Priest Platten auszupacken und wieder voll in die gute alte Zeit einzusteigen, denn das Stück steht den Klassikern in Nichts nach. Die erste Single ‚Revolution’ ist leider etwas unglücklich gewählt, denn es gibt wesentlich bessere Stücke auf der Scheibe, wie etwa das eben genannte ‚Deal With The Devil’. Das Album hat viele Höhen und Tiefen, denn auf Brecher wie ‚Demonizer’ oder ‚Hellrider’, kommen schwächere Titel wie ‚Wheel Of Fire’ oder auch ‚Eulogy’. Letzteres ist zwar eine Ballade, dennoch kann es sich mit der Referenz dieser Kategorie ‚Angel’ nicht messen, denn die klare Akustikgitarre und der helle Gesang dieses Engels sind bestens gelungen. Ans Ende der CD wurde ein Mammutwerk gepresst. ‚Lochness’ überschreitet locker die 10 Minuten Marke. Dabei wird es keineswegs langweilig, denn das Stück benötigt Zeit um sich zu entwickeln, weil es über die Legende des gleichnamigen Ortes geschrieben wurde. Langsam und stetig arbeiten sich die kraftvollen Gitarren wieder und wieder zum süchtig machenden Refrain hin, der epischen Charakter hat. Es ist der vielschichtigste Song des neuen Albums und ein guter Ausklang für das Comeback der Gods Of Metal.

Bevor man zugreift sollte man unbedingt von der Möglichkeit Gebrauch machen, mal den einen oder anderen Track anzuspielen, denn, wie erwähnt, das Album hat zwei Seiten.

Winfried Bulach






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