Reviews

If
3

Label: Repertoire (1971/2021)

Was für eine Band! Was den britischen Jazzrock der späten 60er und frühen 70er Jahre angeht, sind meiner Meinung nach die vier ganz großen Vertreter Colosseum, East of Eden, Nucleus und If (okay, Catapilla vielleicht noch), die das Zeug dazu hatten, amerikanischen Größen wie Chicago oder Blood Sweat & Tears das Wasser zu reichen. Leider segelten zumindest If deutlich unter dem Radar der meisten Jazzrockhörer. Das war damals so, das hat sich leider bis heute nicht geändert. Aber immerhin hatte die Band wenigstens ein Mitglied, das es mit einem späteren Projekt noch bis an die ganz großen Fleischtöpfe geschafft hat: Dennis Elliott, der unfassbar gute Drummer war Gründungsmitglied von Foreigner und somit fast 15 Jahre (so lange er dort die Stöcke geschwungen hat) Dauergast in den Charts.

Wenn man den nicht besonders opulenten Backkatalog von If an seinem geistigen Ohr vorbeimarschieren lässt, dann sticht vermutlich If 3 am weitesten aus dem Opus hervor. Die mit Abstand rockigste Platte mit den für Jazzrockverhältnisse eingängigsten Nummern ist ein Meisterwerk, das seine besondere Eigenständigkeit nicht nur den fulminanten Kompositionen, Arrangements und Instrumentaldarbietungen verdankt, sondern auch einer der außergewöhnlichsten Stimmen der Szene.

Jeder, der auch nur ansatzweise proogressive Musik oder Jazzrock mag, sollte If 3 im Schrank stehen haben und selbstverständlich auch regelmäßig diesen wundervollen Klängen lauschen. Ich habe die remasterte Vinylausgabe als Rezensionsexemplar vorliegen und bin regelrecht verliebt in die Detailtreue des Klappcovers und den warmen, organischen Sound. Die Anschaffung lohnt sich!

Frank Scheuermann 

9/10 






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