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Death On The Road

Label: EMI Music (2006)

Übertrieben könnte man fast schon meinen, Iron Maiden machen mittlerweile mehr Furore mit DVD-Releases als mit neuem Songmaterial. Hardcore Fans der Band werden diesbezüglich ganz schön zur Kasse gebeten, auch wenn man zugeben muss, dass sowohl Qualität als auch Inhalt der Scheiben kaum Wünsche offen ließen. Mit „Death On The Road“ steht nun die nächste Veröffentlichung an, die erstmals auch Stücke des zwiespältigen letzten Studioalbums „Dance Of Death“ enthält.

Das DVD-Package besteht aus drei Scheiben, wobei der Konzertmitschnitt aus dem Jahre 2003 gleich auf 2 DVDs gebrannt wurde. Der Unterscheid besteht lediglich darin, dass man in der Auswahl des Sounds zwischen 5.1 Dolby Digital und normalen Stereo Sound wählen kann. So was dürfte nur für Heimkinofans von Bedeutung sein, ob das nötig war (und bestimmt auch für den Verkaufspreis eine Rolle spielte), wage ich anzuzweifeln. Was das Konzert an sich betrifft, läßt die Band mal wieder keine Wünsche offen. Iron Maiden präsentierten sich in der vollbesetzten Dortmunder Westfalenhalle in Topform. Eine fantastische Bühnenshow, gepaart mit der nach wie vor vorhandenen Agilität der Bandmitglieder erhalten den Mythos Iron Maiden nach wie vor am Leben. Überraschenderweise können live on stage auch die Songs der neuen Scheibe überzeugen (läßt man mal den schwachen Opener ,Wildest Dreams’ beiseite). Insbesondere ,Dance Of Death’ ,Paschendale’ oder auch ,Journeyman’ bieten einen gewissen Charme und wissen sehr wohl auch im Rampenlicht zu gefallen. Bruce Dickinson fegt mit schicker Ponyfrisur über die Bühne und liefert mal wieder einen nachhaltigen Beweis seiner großartigen stimmlichen Fähigkeiten. Über die Setlist werden natürlich wieder die Meinungen auseinander gehen, was bei einer derart gewaltigen Discographie auch völlig normal ist. Die großen Hits wie ,The Trooper’ ,The Number Of The Beast’ ,Fear Of The Dark’ und das legendäre ,Hallowed Be Thy Name’ sind natürlich mit am Start, überraschenderweise hat auch ein Song wie ,Wrathchild’ Einzug in das Programm gefunden, was vom Publikum sichtlich begrüßt wurde. Alles in allem mal wieder ein starker Gig, der in punkto Bildführung, Ton und Stageperformance keine Wünsche offen läßt.

Die zweite DVD beschäftigt sich primär mit dem Songwriting Prozess zu „Dance Of Death“ sowie den Tourvorbereitungen. Das ganze wurde als Dokumentation aufgebaut und öffnet dem Zuschauer auch Türen, die ansonsten verschlossen bleiben. Jede Menge Interviews, Promovideos zum Album und weitere Extras lassen das Herz höher schlagen und summieren sich insgesamt auf über 3 Stunden Spielzeit. Das ganze Package ist zudem in einem edlen Pappschuber erhältlich, womit „Death To The Road“ auch visuell ein Highlight setzt.

Qualitativ läßt auch der neueste DVD-Streich von Maiden keine Wünsche offen. Von daher ist „Death On The Road“ nicht nur eine weitere DVD-Veröffentlichung von vielen. Ob es tatsächlich so viele sein müssen, steht auf einem anderen Blatt. Bleibt festzuhalten: Wer es kauft, wird es nicht bereuen!

Oliver Bender






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