Reviews

Emotional Disorder

Label: Locomotive Music (2004)

Nach unzähligen Melodic-/Speed-Metal Acts hat das spanische Label Locomotive mit Innerself einen Fisch an Land gezogen, der es in naher Zukunft spielend schaffen könnte, die Bay Area an die Costa del Sol zu holen. Selten habe ich in letzter Zeit eine Platte gehört, die es dermaßen locker schafft, den Kopf von der Wirbelsäule zu trennen und aufgrund einer hammerharten, im bekannten Finnvox von Mika Jussila (u.a. Impaled Nazarene, Children Of Bodom, Edguy) getätigten Produktion jedem Lautsprecher den Todesstoß zu versetzen. Hört euch nur mal diese Gitarren an – purer Wahnsinn!!! Wenn das neue Exodus-Werk über einen solchen Sound verfügen sollte, werde ich den Frühling wohl kaum erleben!

Musikalisch bieten die Spanier geilen Power Metal mit deftigen Thrash-Einflüssen, der eigentlich jedem Liebhaber von Acts wie alten Forbidden oder der ersten Evildead-Scheibe wilde Träume bereiten sollte. Im Gegensatz zu einem gewissen Russ Anderson (Forbidden) hält Sänger Fernando seine Stimme aber in moderaten Höhen, hat aber genug Druck in den Stimmbändern, um neben dem Gitarren- und Drum-Inferno nicht unterzugehen.

Ein Riff-Massaker jagt das nächste, die Drums walzen alles weg, die Songs sind zwar recht simpel arrangiert und arten nie in verfrickelte Selbstverliebtheit aus, allerdings haben vor allem die Klampfer Andres und Luis Alberta genug Platz, um sich auch mal in Form von geilen und hammerschnellen Soli auszutoben. Ansonsten keine unnötigen Breaks, verspielte Tempowechsel und ähnliches, hier regiert nur die eiserne Faust.

Wer noch immer denkt, Spanien bestehe musikalisch nur aus Flamenco und Melodic Metal, hat mit Songs wie ‚Desperate’, ‚Hate Feets Hate’, ‚Man Used To Be’, dem alles zermalmenden ‚To Destroy My Life’ und dem Slayer in nullkommanix nachstehende ‚Deathmaster’ (hört euch nur dieses Riff an!!!) nun Gelegenheit, sich eines besseren belehren zu lassen. Keine Ahnung, wieviel Watte die schreibenden Kollegen eines großen im Ruhrpott beheimateten Magazins in ihren Ohren hatten, als sie diese Perle im Keller ihres Soundchecks verschwinden ließen! Diese Kerle werden noch groß, garantiert!

Michaeal Meyer






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