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Raue Spree 2005

Label: Universal (2005)

Heute in TV Total, morgen auf DVD. Ob das so geplant war, sei dahin gestellt, doch eigentlich gibt es keinen besseren Zeitpunkt etwas Livematerial unter das Volk zu bringen als kurz nach einem Wettbewerb, der von einigen Millionen mitverfolgt wird. Eine DVD zu veröffentlichen gehört ja mittlerweile zum guten Ton und manchmal veröffentlichen auch absolut unbekannte Band ihre mitgeschnittenen Konzerte auf einem Bilddatenträger. Kein Wunder also, wenn In Extremo, eine der Speerspitzen des deutschen Mittelalter Metals, nun auch mal zeigt, was sie auf Konzerten so alles zeigen. Feuer und ausgefallene Instrumente, die wohl viele der Zuschauer des Bundesvision Songcontest noch nie in ihrem Leben gesehen haben, sind dabei nur zwei Elemente, die jede In Extremo Show zu einem Event sondergleichen machen.

Das Konzert fängt auf der rauen S(pr)ee mitten in einem Unwetter an: Die gesamte Halle ist dunkel, man hört nur Befehle eines Kapitäns der gegen Blitz und Donner anschreit. Dann setzen die Gitarren ein, kurz darauf das Schlagzeug und schließlich geht das Licht an während die Dudelsäcke erklingen. Stilvoller und passender Beginn für den DVD-Titel und den Song ‚Raue See’. Das auf der Bühne stehende Steuerrad wird gezündet und dreht sich mitsamt seinem Feuerschweif, doch das war nur der Erste der zahlreichen Feuerwerksladungen. Das zweite Stück ist einer der beliebtesten Tracks auf sämtlichen In Extremo Scheiben, wie man an den Chorgesängen des Publikums leicht erkennen kann. Das ganze, bis unters Dach gefüllte, Haus schreit auch bei der zweiten Zündung und singt weiter aus vollem Hals den Refrain vom ‚Spielmannsfluch’. Nach dem neuen ‚Horizont’ und dem alten ‚Vänner Och Frände’ kommt das eigentlich schon Kult gewordene, weil oft live gespielte ‚Küss Mich’, das das wieder das Publikum fordert. Doch genug von den einzelnen Stücken und mehr vom drum herum der Show. Nicht nur die volle Halle, sondern auch die Bühnengestaltung beeindruckt den Seher. Es ist voll auf See getrimmt, was auch die Kostüme von Flex und Co als Matrosen zeigen, deren sie sich allerdings allzu bald entledigen, da das Konzert durchaus anstrengend ist. Die Tracklist enthält eigentlich alles Stücke, die man live von den Herren erwartet und noch mehr. Am Schnitt und der Bildqualität lässt sich auch wenig kritisieren, da die Show gut eingefangen wurde und durch die oft wechselnden Blickwinkel sehr abwechslungsreich wird.

Fazit: Gute DVD einer genialen Liveband. Alle Elemente der üblichen Liveshows werden gebracht und man hat das Gefühl die Truppe würde bei einem daheim spielen.

Winfried Bulach






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