Reviews

Kaos Kommand 696

Label: Osmose Productions (2002)

Was hatte ich mich auf die neue Impiety CD gefreut. Seit ich vor 5 Jahren zufällig auf die „Salve The Goat“-7“ der Band gestoßen war, war ich Feuer und Flamme für den old schooligen Black / Thrash Metal der Asiaten. Genauer gesagt aus Singapur kommen die Jungs und feuern nun ihr nächstes Geschoß „Kaos Kommand 696“ ab. Aber was höre ich da? Das Impiety losbretten wie Sau wusste ich ja, aber so Death Metal lastig und nur noch im oberen Speedbereich angesiedelt, das ist neu. Der erste Hördurchgang hatte etwas von einer Beerdigung, denn die alten Trademarks der Band gehen fast völlig indem gnadenlosen Gebrettere unter. So legte ich dann die „Skullfucking Armageddon“-LP (Vorgänger) auf, da ich es für möglich hielt, dass ich die alte Platte zu gut in Erinnerung hatte; aber nein, das machte alles nur noch schlimmer…
Der neue Stil lässt sich mit Black / Death Metal der Marke Angel Corpse beschreiben. Schnell, schnell, schnell heißt die Devise, die knackigen Thrash Breaks sind kaum noch vorhanden und auch die Produktion (Berno) ist viel zu modern und fett geraten. Nur noch Flitzefinger an Gitarre und Schlagzeug, aber das Gefühl für die Magie, die den alten Songs zugrunde lag, ist verschwunden. Wer natürlich auf rasenden Death Metal steht, dem geht das hier wahrscheinlich gut ab. Nur Rhythmik, Melodien muss man schon mit dem Stethoskop suchen. Der einzige Song, der mir gefällt ist ‚Atomic Wrath Of Azzazzel’, der kurz das Talent der Jungs aufblitzen lässt. Der Albumtitel passt allerdings wie die berühmte Faust aufs Auge, denn Chaos herrscht tatsächlich auf diesem Album, das in der LP und Digipack Version (unterschiedliches Cover) mit einem Sextrash- und Blasphemycover erweitert wird. Dazu kommt noch ein Bonuspunkt, da ‚Bestial Genocidal Goatvomit’ mit einem in Gegrunze übergehenden Schafsblöken eingeleitet wird. Dennoch in tiefer Trauer.

Christian Kremp






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