Reviews

Nostradamnedus

Label: Go Kart Records (2002)

Als ich die CD zum ersten Mal in der Hand hielt, das Cover betrachtete, da machte mein Herzchen einen großen Satz. Was wünscht man sich denn mehr, als ein Album einer Band von der man noch nichts gehört hat, die allerdings als Urgroßvater des Hardcore und Grindcore angepriesen wird, da sie mit Discharge zu den ersten schnelleren Gruppen gehörten, und Bands wie vor allem Napalm Death beeinflussten und dazu noch ein viel versprechendes Deckblatt trägt: Ein düster gezeichneter Totenschädel auf rot-schwarzem Grund. Der Name der Band sagte mir zwar nichts, doch der Titelheld des Albums ist wohl jedem bekannt, da er für so manchen Aberglauben den Weltuntergang schon drei bis vier Mal prophezeite. Erschienen ist das Album auf Go Kart Records, worunter auch große Namen, wie Down By Law und Anti Flag stehen. Ich stellte mich also zum ersten Hören auf einen sehr schnellen, düsteren Brecher ein. Doch mal im Ernst, die Enttäuschung über das, was dann aus meinen Boxen drang, war schon erheblich. Dieses Album ist echt nichts Besonderes und tut eher noch in den Ohren weh.
Icons Of Filth gelten zwar seit zwanzig Jahren als Legenden der Underground Punk Bands, doch sind diese Jahre an den vier britischen Anarchos scheinbar unbemerkt vorbeigezogen. Zugegeben, die Texte sind stark und haben unabhängig von 1983 oder 2003 nicht an Relevanz verloren. Es dreht sich um korrupte Regierungen, ökonomische Ungerechtigkeiten, Kapitalismus, Gier, soziale Missverhältnisse und Tierrechte. Vor allem in den XXX und den veganen Kreisen sollte diese Gruppe bekannt sein. Doch ist der Gesang, selbst mit unterstützendem Lesen aus dem Booklet kaum zu verstehen. Musikalisch ist das Album ein Krampf. Schlecht produziert und langweilig. Durch den typischen Grindcore-Stil, wobei nur zwei Riffs benutzt werden, sticht irgendwie kein Song hervor.

Tim Ruhl