Reviews


Label: SPV (2003)

Seit nunmehr etwa zehn Jahren im Geschäft, hauen uns Harmful wohl das bisher ausgereifteste Werk um die Ohren. Alternative Rock der aggressiveren Art wird uns von dem hessischen Dreier zu Gehör gebracht. Die Songs schrammen allesamt knapp am Atonalen vorbei, sind gehörig noisy und lassen beim Hören gelegentlich die Wut aufkommen,, welche der Motor der ganzen Angelegenheit sein dürfte. Die Gitarren schrammeln in tiefsten Gefilden, das Fingervibrato wird zuweilen bis zum Erbrechen ausgereizt und die Distortion wirklich nur zuweilen ein wenig in den Hintergrund gedrängt. Das Endergebnis ist durchaus zeitgemäß (allerdings: bei der heutigen Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigem: was ist eigentlich nicht zeitgemäß?), könnte auch die Etiketten Rock, Punk oder - mit Abstrichen Metal - tragen.

Es gibt für mich bei aller Sympathie jedoch einen kleinen Kritikpunkt, der allerdings nicht nur Harmful trifft, sondern viele Bands dieses Genres: die Songs entfalten ihr Charisma und ihre Einzigartigkeit auch nach dem zehnten Anhören immer noch nicht voll, will besagen: die Hooks bleiben immer noch nicht so ganz im Ohr hängen, weshalb ich hier auch gar keine richtigen Anspieltipps geben kann (Okay, ich könnte jetzt die CD nochmals komplett durchskippen, aber das wäre nicht fair!). Wenn man sich also auf etwa 40 Minuten mit therapeutischem Lärm einlassen möchte, der vieles zu bieten hat, dann bietet diese Scheibe eine nette Möglichkeit dazu. Dabei kommt das Teil aber durchaus positiv rüber. Auch bietet es sich wohl an, die drei Jungs auf ihrer bevorstehenden Deutschlandtournee zu begutachten.

Frank Scheuermann






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