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Gusto

Label: Epitaph (2002)

Die vier Jungs von Guttermouth haben nun ihr zweites Epitaph Release „Gusto“ am Start. Im Großen und Ganzen kann man ihre Musik als Fun Punk á la Nerf Herder beschreiben: popig durch Keyboard und Synthesizereinlagen, punkrockig und lustige Lyrics. Den Anfang dieser Fun Punk Scheibe bestreitet ‚Camp Fire Girl # 62’, ein durch seine Keyboardmelodien lustig erscheinender Lovesong, der einen sofort zum mitsingen animieret, obwohl man den Text noch nicht kennt. Guttermouth behalten auch bei dem nächsten Song ‚Scholarship In Punk’ diese Gangart bei, diesmal wird aber im Stile von Blink 182 gepunkrockt. Kleine Stiländerung erfolgt beim Titeltrack ‚Gusto’, hier spielen die vier Jungs mal ein wenig Country und bauen zusätzlich noch einige Rock’n’Roll Elemente (ein hörenswertes Gitarrensolo) in den Song ein. Nun ist es an der Zeit meinen Lieblingssong ‚Vacation’ vorzustellen: mit leichtem Sprachgesang und einfachem aber coolem Riffing (ähnlich Bloodhound Gang, nur punkiger) steigern Guttermouth definitiv die Vorfreude auf den Urlaub. Der Chartbreaker dieser Scheibe dürfte allerdings ‚Pee In The Shower’ sein, denn er vereint alles was ein Fun Punk Song aufweisen sollte: geniale Lyrics, einprägsame Melodyline und einfach nur abgehen. Dass man auch richtig zur Sache gehen kann beweisen Guttermouth mit ‚Walk Of Shame’ oder ‚Contribution’, denn hier wird dem Zuhörer schneller Punkrock um die Ohren gefeuert, auch diese Songs sind zum mitsingen geeignet. Mit ‚Looking Out For # 1’ wechselt man mal wieder den Stil und man gibt ein irre lustiges Volkslied zum Besten, welches doch sehr an ‚Im Frühtau zu Berge’ erinnert. Zu guter letzt vernimmt man den Song ‚Lemon Water’, der vermutlich eine Hommage zum 25 Todestag von Elvis darstellen soll, gelungene Umsetzung mit Storyteller und Elvis-Imitator. Alles in Allem ein gutes Album, das durch seine Vielseitigkeit überzeugen kann, also nix für straighte Punkrocker, denn hier ist Vorsicht geboten, da einige popige Einlagen die Musik von Guttermouth ein wenig auffrischen.

Nils Manegold






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