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Awaken Pagan Gods

Label: Armageddon Music (2005)

Goddess Of Desire wurde als Spaßband gegründet. Die Holländer fingen 1995 an die „gute, alte Zeit” des Metal wieder aufleben zu lassen. Mit Covern und der dazu passenden Show erspielte sich die Truppe ein Publikum und gewann einige Preise. Durch diese Preise wurde aus Spaß ein ernsthaftes Projekt, was seinen vorläufigen Höhepunkt im Debüt „Let Us Win This War“ fand. Es folgte ein Plattendeal und ein sehr erfolgreiches Zweitwerk: „Symbol Of Triumph“. Nach ihren dritten Longplayer wollte man etwas Neues ausprobieren und wechselte das Label, nun kommt das Produkt, welches als Mischung vom Erfolg des 2. und der Melodik des 3. geplant war.

Nach einem 43 sekündigen Intro mit einer dämonischen Ansprache die vor dem Hintergrund von Blitz und Donner gehalten wird, geht es gleich mit ‚March To Meet’ los. Hintergrund des Songs und einiger anderer Songs ist ein Heavy Metal Fan, der so einiges erlebt. Musikalisch bieten Goddess Of Desire gewohnte Metalkost, die ab und zu gute Ideen durchblicken lässt. Die Gesangsart und das Tempo wechseln immer mal wieder, auch innerhalb der Stücke, was sich leicht an Hand von ‚Dead End Street’ nachvollziehen lässt. Der Gesang ist mehr an den Hardcore angelehnt, passt sich aber gut ins insgesamt flottere Bild des Titels ein. Wie sich das für die Reanimation der alten Zeiten gehört triefen die Texte ab und zu von Pathos und erfüllen die Klischees des Genres ein ums andere Mal. Das Titelwerk ‚Awaken Pagan Gods’ fällt seltsamerweise nicht wegen seiner Melodie, Texte oder ähnlichem auf, denn für diese Kategorien gibt es besser Songs auf dem Album, sondern durch seine netten Gitarrensoli, die fast 10 Jahre Schaffenskraft im Musikbusiness darlegen. Schnelle und abwechslungsreiche Unterhaltung bietet der Abschlusstrack ‚Majesty Of Metal’, der aber, wie eigentlich das gesamte Album, doch nicht vollends überzeugen kann.

Die Fans der Band werden auf jeden Fall bedient und live sind die Jungs auf jeden Fall besser als auf Platte. Irgendwie fällt „Awaken Pagan Gods“ in Anbetracht der Qualität anderer Alben unter den Tisch, deshalb sollte man sein Geld lieber für ein Konzert des Quartetts aufheben.

Winfried Bulach






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