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Small Town Talk

Label: BMG (2018)

Gut freißig Jahre ist es her, dass der Schwede Per Gessle mit seinem Gitarrenpop Projekt Roxette die internationallen Charts stürmte und danach für lange Zeit mit dominierte. Im damalige Popkontext waren Roxette für den Rockhörer eine echte Wohltat, da ihre Songs zum Teil herausragende Gitarrenriffs präsentierten, welche die Band aus dem 08/15 Einheitsbrei heraushievten.

Roxette sind nun wohl wegen des Gesundheitszustands seiner ehemaligen Partnerin Marie Frederiksson endgültig Geschichte. Und was macht man dann so? Man startet eine Solokarriere. Das hat Per Gessle denn auch schon vor einigen Jahren getan, nur, dass man in unseren Breiten davon nicht zu viel bemerkt hat. Wie auch, wen auf seinen Soloplatten vornehmlich schwedisch gesungen wird. Nun hat er sich entschieden, einige Songs seinerbislang 3 (?) schwedischen Scheiben zu überarbeiten und mit engkischen Texten versehen, einem internationalen Publikum zu präsentieren.

Die Überarbeitung fand im Country-Mekka Nashville statt. Das hört man der Scheibe auch an. Alles klingt, als hätte man Roxette Songs von Country Musikern einspielen lassen. Sehr gefällig und immer dann besonders stark, wenn es wirklich nach Rooty Music klingt. Mit Helena Josefsson hat er seinen weiblichen Gegenpart gefunden, der seine eigene, von Natur aus eher kratzige und unmelodiöse Stimme, ein wenig umschmeichelt. Nur mit Fortdauer des Albums werden zumindest mir die Harmoniegesänge zu viel des Guten.

Per Gessle liefert mit "Small Town Talk" ein solides Poprock Album mit leichten Americana Bezügen, dass über die gesamte Distanz zu unterhalten weiß.

Frank Scheuermann

7/10






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