Reviews

Girlschool
Guilty As Sin

Label: UDR (2015)

Ende der 70er Jahre, als nach trüben Punk und New Wave Tagen die New Wave Of British Heavy Metal ihr metallisches Haupt aus dem Urschlamm erhob, gab es inmitten all der testosterongeschwängerten Szene exakt eine Band, die es überzeugend schaffte, dieser Musik eine weibliche Facette abzugewinnen. Die Rede ist natürlich von Girlschool (ja, ich weiß, es gab noch Rock Goddess!). Diese Mädels vermischten die Ruppigkeit der Punkbewegung mit der musikalischen Ausdruckskraft des neuen Heavy Metal und vermochten es so, zumindest mit ihren ersten drei Scheiben, die Metal Szene zu erschüttern.

Weg waren sie i de letzte 37 Jahren eigentlich nie, aber es wurde ab und an ruhiger um sie. Nun, satte 7 Jahre nach der letzten Scheibe mit neuen Songs "Legacy", legen die Mädels endlich wieder frisches Material vor. "Guilty As Sin" klingt dabei, wie gute Girlschool Alvben immer geklungen haben: Es wird unkompliziert und mit vielen Melodien drauflos gerockt. Dabei erlauben sie sich ein besonders lustiges Schmankerls, das ins Entstehungsjahr der Band zurückreicht. Damals waren die Bee Gees als Repräsentanten der Discowelle das ultimative Feindbild aller Metaller. Und nun muss ausgerechnet "Stayin' Alive" für eine gar nicht mal so schlechte Coverversion herhalten. Ich war beim ersten Anhören erst einmal verdutzt, aber das macht Spaß!

Unterm Strich ist "Guilty As Sin" eine wundervolle Scheibe geworden, die Lust auf mehr macht. Hoffentlich machen die Mädels weiter, denn wenn sie das Tempo nicht dramatisch anziehen, erscheint die nächste neue Studioplatte erst, wenn sie alle die 60er-Grenze längst überschritte haben.

Frank Scheuermann

8/10