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Utopia

Label: AFM Records (2013)

 

Durch den Eurovision Song Contest waren die Norweger ja erst kürzlich im Blickpunkt, hätten sie doch um ein Haar das geschafft, was Lordi 2006 gelang: als wohl ungewöhnlichster – oder unpassendster, wie manche wohl behaupten würden – Act als Sieger hervorzugehen. Doch es hat nicht sein sollen, auch wenn man die Ereignisse um die Juryneubesetzung durchaus mit Skepsis betrachten mag.


Dessen ungeachtet servieren die Norweger nun das fünfte Album, dessen titelgebenden Track „Utopia“ man ja bereits beim ESC bewundern durfte. Die Gruppe um Frontmann Bjørn Alexander Brem, dessen Alltagstätigkeit als Anwalt einen starken Kontrast zum „Gothminister“ darstellt, greift gerade diese Ambivalenz und Zerrissenheit im Konzeptalbum auf. Wie die Faust aufs Auge passt da auch das Covermotiv mit dem Gegensatz zwischen Anzug und dem blutverschmierten „Ding“ hinter der Fassade. Die zugrundeliegende Horrorthematik zeigt sich bereits in den Titelauswahl überdeutlich und setzt sich ins Musikalische fort:  sei es das Intro „The New Beginning“, die zahlreichen, der Horrorthematik angepassten Samples oder das „Übergangslied“ „March“.


Auch wenn mit „Utopia“ oder „Raise the Dead“ durchaus auch einprägsamere Songs vorhanden sind,  so stellt sich der Mitmacheffekt, dem man auf den vorherigen Alben noch unterlag, nicht so recht ein. Das mag auch am – wohl konzeptbedingten – Stilwechsel liegen. Denn der Industrialeinschlag kommt hier nicht wirklich zur Geltung. Das soll nicht heißen, dass „Utopia“ ein schlechtes Album ist – rein technisch gesehen wird hier durchaus solide Arbeit geleistet. Aber es bleibt zu hoffen, dass die Änderungen nur vorübergehender Natur sind und man beim nächsten Album wieder einen „typischeren“ Gothminister bekommt.

KoJe






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