Reviews

Land Of The Free, Part 2

Label: Steamhammer (2007)

Es ist eine überaus zweischneidige Angelegenheit, wenn eine Band nach eher durchwachsenen Produktionen glaubt, durch das Aufgreifen eines Plattentitels, der mit hervorragender Musik und großen Erfolgen konnotiert ist, die Fangemeinde zurück erobern zu müssen. Das haben wir schon bei Helloweens eher mäßigen "Keeper Of The Seven Keys"-Aufguss erleben müssen, bei vielen anderen Bands und Interpreten (man denke nur an Meat Loafs endlose Reihe von "Bat Back Out And Then Return Into Hell Just To Get Out Again" Alben!). Der Truppe um Gamma Ray Boss Kai Hansen droht also mächtig Wind ins Gesicht zu blasen, wenn er sich des Titels einer der erfolgreichsten und besten Gamma Ray Platten aller Zeiten erneut annimmt, gerade weil die letzte Veröffentlichung "Majestic" nicht gerade besonders viele Fans der Norddeutschen 1. begeistert und 2. zum Kauf der Scheibe animiert hat.

Doch trotz aller Vorbehalte bietet sich dem unvoreingenommenen Zuhörer eine Klangwelt, die vor allem an die glorreichste Phase der atomar verstrahlten Nordlichter erinnert, und das war eben die Zeit von "Heading For Tomorrow" bis eben "Land Of The Free". Insofern ist der Albumtitel nicht nur verständlich, sondern er ergibt einen tieferen Sinn im Blick auf den Backkatalog der Band. Auch wenn man sich mit 'Empress' einen Song ins Repertoire gestellt hat, der stimmungstechnisch noch zum sehr schwachen "Majestic" Album gepasst hätte, so muss man doch anerkennen, dass die Durchführung um Welten gelungener ist als das noch vor Jahresfrist zu erwarten gewesn wäre. Mit 'Opportunity' und 'Leaving Hell' sind aber auch zwei zukünftige Klassiker mit an Bord, die jeden Zweifel verstummen lassen. Gamma Ray sind wieder auf bestem Wege, eine Macht im Melodic Metal Bereich zu werden. Daher trotz kleinerer Abstriche beide Daumen nach oben.

Frank Scheuermann