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Blau ist keine Form

Label: Finest Noise (2006)

Andreas, Tom und Henner sind richtige kölsche Frohnaturen. Sie hoben Granada74 aus der Taufe. Der Name kommt, wie man sich leicht denken kann, von einem 74er Ford Granada, der für die drei Freunde wohl sehr viel bedeutet. Aus der Kölner Garage soll es nun in die Clubs in Deutschland gehen und dabei sollen ihr selbstbetiteltes Debüt und die nun folgende Scheibe "Blau ist keine Form" helfen. Das Trio ist alles andere als Mainstream, wie man von den Betitelungen der Stücke auf der CD, deren Namen und der eigenen Einstufung als Independent Rock'n'Roll Band ersehen kann. Doch nun zum Werk selbst...

Independent oder zu Deutsch auch unabhängig, besser beschreibbar ist das was Granada74 da macht nicht. Deutsche Texte die äußerst lustig sind, aber wohl immer mit einem Quäntchen Wahrheit beinhalten, sind das zentrale Element der Musik der Kölner. Im ersten Stück wird beispielsweise darüber gesungen, dass der Protagonist des Songs gerne der Slip einer Frau und damit mehr als ein Freund sein möchte, diesen Wunsch aber leider nicht erfüllt bekommt. Es klingt etwas seltsam, doch im übertragenen Sinne ist eine gewisse Logik dahinter nicht zu leugnen. Daran knüpft direkt das nächste Stück 'Striptease' an, hier wird der Frau vorgeworfen, dass ihr nichts anderes einfällt als sich langsam auszuziehen um gewisse Dinge zu erreichen. Dann kommt das wichtigste Lied des Albums, der Titelsong 'Blau ist keine Form'. Hier ist viel Ernst hinter dem lustigen und sinnfreien Namen des Stücks, doch wer auf den Text achtet wird eines Besseren belehrt. Granada74 sind alles andere als Mainstream Rock oder gar Pop, die Texte sind unbekümmert, haben aber stets einen handfesten Hintergrund und schaffen es ohne Probleme ein Lächeln in das Gesicht des Konsumenten zu zaubern.

"Blau ist keine Form" ist voll in Form um dem geneigten Hörer eine angenehme knappe halbe Stunde zu garantieren, die mindestens ein Schmunzeln, wenn nicht gar ein lautes Lachen und damit gute Stimmung zur Folge hat. Unbedingt anspielen!

Winfried Bulach