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Goddess Shiva
Goddess Shiva

Label: Metal Heaven (2007)

Die Tatsache, dass Goddess Shiva ein Debütalbum aufgenommen haben, ist nichts wirklich überraschendes. Wenn man aber bedenkt, dass die Jungs schon 1976 Konzerte gespielt haben, wirft dies doch einige Fragen auf. Damals noch unter dem Namen Shiva aktiv, fabrizierte die Band hervorragende Live Shows, war aber nicht fähig, dies auf einem Album zu untermauern. Und so machte sich ein gewisser Mat Sinner (ebenfalls Gründungsmitglied) auf, mit Sinner und Primal Fear von sich reden zu machen. Anstoß für die Reunion war ein Charity Festival, im Jahre 2004, auf dem die Jungs erstmals wieder spielten und sich entschlossen, dass nie aufgenommene Debut jetzt anzugehen - mit Mat Sinner am Mikro.

Es benötigt nicht viele Durchläufe dieses Albums um festzustellen, dass dies eine gute Entscheidung war. Der größte und einzige Ausfall auf dieser Scheibe ist gleich der Opener 'Walking On Thorns', der dermaßen langweilig und soft aus den Boxen kommt, dass er so ganz und gar nicht zu den restlichen Tracks passt. Ansonsten bietet dieses Album erdigen Hard Rock, der in Grundzügen ein wenig an Molly Hatchet erinnert, die Keys aber zu Hause läßt. Die Spuren von Mat Sinner hört man lustigerweise auch gleich beim zweiten Song 'Mind Of A Killer' heraus; hier verbreitet der Mann im Chrorus Gesangslinien, die so auch zu 100% auf Ralf Scheepers von Primal Fear gepasst hätten. Aber was soll's, Mat passt mit seiner leicht country verschlagenen Stimme exzellent zu dem kernigen Songmaterial. Neben eingängigen Songs wie 'Down On Luck' und 'Hold On' weiß insbesondere das furiose 'Gone With The Dough' zu begeistern: Geht ein bisschen in die Richtung von AC/DC zu "Stiff Upper Lip" Zeiten. Getreu dem Motto, ein bisschen Blues kann nicht schaden, wäre dies genau der richtige Track für jede Rock Kneipe, um bei einem gepflegten Bier die Billard Kugel rollen zu lassen. Das die Jungs auch in langsameren Sphären ihr Handwerk verstehen, beweisen Sie mit 'Same Old City' eindrucksvoll, der spürbar unter die Haut geht. Erfreulicherweise stehen die Gitarren auf diesem Werk ganz klar im Vordergrund; gepaart mit der erdigen Produktion ist die Hard Rock Landschaft um einen weiteren Diamant reicher.

Die 30-jährige Wartezeit hat sich gelohnt. Goddess Shiva präsentieren ein ganz starkes Debüt, mit dem auf dem gleichen erfolgreichen Pfad wandeln dürften, den sie von ihren früheren Live Shows kennen. Ganz starkes Teil.

Oliver Bender 






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