Reviews

Serpentine

Label: Century Media (2002)

Das Magazin Rock-Hard schrieb einst über die Band Flowing Tears sie seien heißer Anwärter auf den Titel ´die beste Gothic Band ohne Gothic Klischees´, was in meinen Augen die Musikrichtung der Formation genau auf den Punkt trifft. Zu ihrem neuen Album „Serpentine“ ist die Gruppe zwar personell von 6 Mitgliedern auf 4 geschrumpft, dafür hat man diesen Verlust aber durch eine Steigerung der Musik kompensiert. 12 Songs lullen den Hörer für insgesamt knapp 43 Minuten in eine traurige und zugleich seltsame Welt ein. Beim Hören von Flowing Tears überkommt den geneigten Zuhörer automatisch ein schleppendes Gefühl, ein Gefühl das mitreißt und in diese Welt der Zeitlupe (so scheint es) entführt. Grund dafür ist Stefanie Duchene, die mit ihrer bitter-süßen Stimme in diese subtile Welt lockt. Ist das Intro vorüber, fängt diese Reise mit ‚Starfish Ride (For A Million Dollar Handshale)’ an; ein Song eingeleitet durch den Marschtakt einer Trommel mit einem sehr seltsamen Stil, wie als würde jemand den Atem anhalten und mit dem befreienden Refrain ausatmen. Der darauffolgende Titeltrack ‚Serpentine’ und der Song ‚Breach’ sind dagegen geheimnisvoll und im Ganzen viel Härter strukturiert als ‚Starfish Ride’, was die Songs etwas Flowing Tears untypisch macht aber dafür sehr interessant. ‚Children Of The Sun’ hingegen ist wieder ein typischer Song der ´Fliessenden Tränen´, traurig schleppend und extrem ruhig. Highlight und ungewöhnlichster Song ist aber ‚Merlin’, welcher ein magisches Flair verbreitet und die Vielfalt der Stimme von Frontfrau Stefanie sehr gut darstellt. Ohne Frage ist auf dem Album beim genauen hinhören eine Parallele mit der Musik von My Dying Bride zu erkennen, die es genauso schaffen dem Hörer ein schlechtes Gewissen zu verschaffen wenn man die CD aus dem Player nimmt aber genauso gedrückte Stimmung aufkommen lassen, wenn man die CD weiterhin hört. Im Ganzen ist „Serpentine“ eine sehr gute CD, die die Vorgängeralben von Flowing Tears mit weitaus rockigeren und härteren Songs in den Schatten stellt, da dieser neue Aspekt als absoluter Gewinn für die Band anzusehen ist!

Thomas Schmitt