Reviews

No One's Words

Label: InsideOut (2008)

Hurra, dachte ich mir. Endlich kommt aus dem Hause InsideOut einmal eine CD von einer unbekannten Band. Endlich einmal die Chance, eine CD so richtig in der Luft zu zerreißen. Jaja, solch niedrigen Triebe brechen gelegentlich aus mir hervor, da braucht Ihr jetzt nicht ungläubig den Kopf zu schütteln. Und dann lege ich die CD ein und bin von Anfang an von der Musik gepackt. Spannende Stücke mit leicht progressiver Ausrichtung im Grenzgebiet zur Alternative Szene ziehen mich in ihren Bann.

Ephrat, eine verheißungsvolle Band aus Israel, macht sich daran, das progressive Musikerbe der 70er Jahre (King Crimson, Rush, Genesis, Pink Floyd, Happy The Man oder Starcastle) mit Metal (Dream Theater, Megadeth, Metal Church etc.) und ethnischen Elementen des Vorderen Orients zu verknüpfen. Dass bei einem solchen Unterfang dann noch Namen wie Porcupine Tree oder Pain Of Salvation in die Runde geworfen werden braucht den geneigten Leser nicht weiter zu verwundern.

Wo wir gerade dabei sind: Der Sound von "No One's Words" ist derart transparent und modern gelungen, dass ich gar keine weiteren Hinweise auf deren Produzenten benötige. Trotzdem sei es Euch noch mitgeteilt, dass kein Geringerer als Steven Wilson (Porcupine Tree, Blackfield etc.) höchstpersönlich die Regler bedient hat.

Es tut ein Übriges, wenn man dann noch auf der Gästeliste Namen wie Daniel Gildenlow (Pain Of Salvation, The Flower Kings) oder Petronella Nettermalm (Paatos) liest, dass man merkt, dass an dieser Debutscheibe alles richtig gemacht worden ist, wenn - ja, wenn man genügend Zeit mitbringt, um sich in die langen Epen einzuarbeiten.

Sieht so aus, als müsste ich noch eine Weile auf meine erste schlechte CD aus dem Hause InsideOut warten. So gesehen ist das eigentlich nicht wirklich schade...

Frank Scheuermann






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