Reviews

Mandrake

Label: AFM Records (2001)

Edguy Frontmann Tobias Sammet war in den letzten Monaten mit seiner ´Avantasia´ Produktion in aller Munde, die auch zurecht überragende Kritiken erhielt. Da auch Bassist Tobias Exxel mit ´Taraxxacum´ sein eigenes Projekt auf die Beine stellte, näherten sich schon die Befürchtungen, dass Edguy nicht mehr oberste Priorität genießen würde. Das dem nicht so ist, beweist die Band eindrucksvoll auf ihrem neuen Album „Mandrake“. Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel Alraune, die aufgrund ihrer Menschengestalt seit dem Altertum als Zauberpflanze gilt. Sie ist ein Synonym für Magie und übersinnliche, aber nicht sichtbare Kräfte. Einen besseren Albumtitel hätte man kaum finden können, denn was die Band hier abliefert, ist zweifelsohne außergewöhnlich und scheint nicht von dieser Welt zu sein. „Mandrake“ klingt Edguy-typischer denn je und übertrifft scheinbar spielend die schon hervorragenden Vorgänger „Vain Glory Opera“ und „Theater Of Salvation“. Schon der Opener ,Tears Of A Mandrake’ begeistert durch seinen kraftvollen und bombastischen Sound, zudem kommt bei diesem Song als stilistisches Bonbon eine Hammond-Orgel zum Einsatz. Auf der Scheibe sind mehrere dieser kleinen Extras vorhanden, sei es nun durch den Einsatz einer akustischen Gitarre bei ,Jerusalem’ oder eines Piano-Intros bei ,Wash Away The Poison’. Die Frage nach den Highlights erübrigt sich, da nahezu jedes Stück eine Klasse für sich ist, sei es nun die spektakuläre 10 Minuten-Hymne ,Pharao’, dass unglaublich explosive ,Nailed To The Wheel’ oder das etwas ruhigere, melodisch wunderschöne ,Painting On The Wall’. Es greift einfach ein Rädchen ins andere, beginnend bei Tobias genialer Gesangsleistung bis hin zur perfekten Produktion und der allgegenwärtigen, spielerischen Harmonie der Band. Auszusetzen gibt es an „Mandrake“ rein gar nichts. Wie es der Titel schon vermuten lässt: Einfach magisch.

„Mandrake“ ist das bisherige Meisterstück von Edguy, für die es nach oben hin keine Grenzen zu geben scheint. Wer am 24.09. nicht in den Plattenladen rennt, ist selbst schuld!

Oliver Bender






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