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Cross Your Fingers

Label: Broken Silence (2006)

Etwa acht Jahre ist die Gründung von Eat The Gun her. Von den älteren Geschwistern zu guter Musik erzogen, taten sich die kleinen Geschwister zusammen und formierten sich zu einer Garagenband. Mit den ersten Gitarren probierte man ein wenig herum und entwickelte sich Stück für Stück. Zahlreiche Schulfeten, Clubauftritte und Kneipengigs lagen auf dem Weg zur heutigen Form. Doch nach der langen Leidenszeit war es endlich so weit und man begann professionell einzusteigen, was die Liste an Supportauftritten eindrucksvoll belegt: HIM, Donots, Exilia, Dritte Wahl, und und und...

Doch nun zu ihrem ersten Longplayer „Cross Your Fingers“.

‚I’m Broke’ legt gleich die Marschrichtung fest, die die Scheibe auf ihrer vierzigminütigen Odyssee beschreiten wird: Mitten ins Gesicht. Der Wiedererkennungswert jedes Stücks ist dabei enorm, denn die Refrains sind eingängig, aber nicht einfach gestaltet. Die Themen sind sehr griffig und zum vertretenen Klischee passend gestaltet, ob es nun um das Leben, Drogen oder um Liebe geht, Eat The Gun weiß wie man besagte Motive in Szene setzt. Besonders gut gelungen ist das Stück ‚Livin’ On Dope’, welches ein unbedingter Anspieltipp auf der CD ist. Mit Backing Vocals, fast schon chorhaft gestaltet, bringt sich die Band sowohl gesangstechnisch als auch musiktechnisch ein. Das Gitarrensolo markiert den Höhepunkt und setzt dem Titel die Krone auf. Den Stil genau zu beschreiben ist schwierig. Eat The Gun ist irgendwas zwischen Guns N’ Roses und Rage, wobei der Rock deutlich überwiegt, die Band selbst bezeichnet sich als Rock’n’Roller. Der Begriff „Sleazy Rock“ würde ebenfalls passen, hat die Band doch ein Stück geschaffen, das ‚Get Sleazy’ heißt und diese Attitüde voll und ganz vertritt, musikalisch wie lyrisch. Die Vielseitigkeit ist das Beste an „Cross Your Finger“. Jeder Song ist etwas Einzigartiges. Erstaunlich ist, dass man von Eat The Gun vorher noch nie etwas gehört hat, obwohl die Qualität der Musik eigentlich in die Oberliga des Genres einzuordnen ist.

Geile Scheibe, geile Band und garantiert eine geile Liveshow. Da kann man nur hoffen, dass der nächste Supportslot die Band in neue Karrierehöhen katapultiert. Kaufen!

Winfried Bulach






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