Reviews

Demon Fuzz
Afreaka!

Label: Esoteric Recordings (1971/ 2009)

Die Leute aus dem Hause Esoteric Recordings sind einfach unglaublich. Was die immer wieder an längst verschollen geglaubten Raritäten ausgraben verschlägt einem schier die Sprache! Jetzt haben sie mit "Afreaka!" die leider einzige Platte einer afro-britischen Band aus der Phase des späten Psychedelic der Vergessenheit entrissen. Dem unvoreingenommenen Hörer drängt aus den Boxen der Sound entgegen, der überall zu hören war, bevor das unheilige Schubladendenken in die populäre Musik eingezogen ist. Stilistisch kann man sich das als eine Mischung aus Exuma, Osibisa, Jimi Hendrix, Santana, Traffic und New Birth mit einem Schuss Funkadelic vorstellen. Im Einzelnen bedeutet dies: Satte Wahwah-Gitarren, Hammond Organ, vielschichtige Percussioneinsätze und vereinzelte gut akzentuierte Bläsereinwürfe. Dazwischen ellenlange Jams voller Power und trotzdem dazu angetan, locker zu chillen. Gelegentlich werden die überlangen Stücke von souligem Gesang irgendwo zwischen Ashley Holt (Warhors / Rick Wakeman) und Steve Winwood (Traffic, Spencer Davis Group, Blind Faith) weiter veredelt. Vor zehn Jahren wäre diese Veröffentlichung, die übrigens alle drei Songs der einzigen Maxisinglew als Bonus enthält, untergegangen wie eine Bleiente. Heute, in einer Zeit, in der alle Stile langsam wieder miteinander fusionieren, besteht die berechtigte Hoffnung, dass der eine oder andere Gourmet sich diese oberhammergute Platte unter den Nagel reißt, bevor die CD so unbezahlbar wird wie das Vinyl-Original! Absolute Kaufempfehlung!

Frank Scheuermann






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