Reviews

One Step Beyond

Label: LMP Music (2005)

Es tut sich wieder was auf dem kleinen Kontinent am Ende der Welt. Konnten die Australier in ihrer Heimat und in Japan bereits 2 Alben veröffentlichen, haben sie es mit Hilfe ihres neuen Labels LMP jetzt endlich geschafft, ihr neues Werk auch bei uns zu veröffentlichen. Und das ist auch verdammt gut so, schließlich kann es nie genug gut gemachten, powervoll dargebotenen Oldschool-Heavy Metal geben. Und gleich der Opener „The Power Within“ kracht mit einer erfrischenden Spielfreude aus den Boxen und lässt den Hörer hoffen, dass auch der Backkatalog endlich den Europäern zugänglich gemacht wird. Hier ist die Plattenfirma gefordert!

Mit Track Nr. 2 „Tarranno Del Mar“ liefern uns die Aussies den Beweis, dass man ihren Stil nicht nur auf Brachialmaterial beschränken sollte, handelt es sich doch hier um einen 8minütigen Epic-Track, der ab und an gar Erinnerungen an Western-Film-Soundtracks weckt. Auf gleichem qualitativem Niveau bewegen sich auch der Titeltrack und das beschwingt rockende „Against The Wind“.

Mit „The Art Of War“ wird dann auch gleich wieder eine Speed-Keule ausgepackt, die mich in manchem Moment gar an die Band Wardog erinnert. Killerriffs und eine aggressive Gesangsdarbietung, die von der Melodieführung allerdings im Refrain einige Gewöhnung erfordert. Eingängigkeit und Melodie trifft auf sperrige Aggression, ansonsten cooler Nackenbrecher mit einer, jedem Song innewohnenden, exzellenten Gitarrenarbeit.

Traurigerweise wird der bisherige Gesamteindruck durch den Negativpunkt der Scheibe, den folgenden Langweiler „The Hunger“ getrübt. Ein moderat öder Refrain, der zum Gähnen einlädt und so gar nicht zum Rest der Platte passen will. Also Skip-Taste betätigen und sich „Surface Tension“ widmen. Und spätestens hier fällt auf, dass die Down-Under-Jungs ihre besten Songs an den Anfang gestellt haben und ihnen nach der Hälfte deutlich die Puste ausgegangen ist. Der Song ist zwar qualitativ nicht ganz in der Region des genannten Langeweilers angesiedelt, rockt soweit auch ganz gut nach vorne, klingt aber dennoch einfach zu durchschnittlich im direkten Vergleich. Sehr schade!

Dagegen vermag der Rausschmeißer „Under The Cross“ aber wieder Punkte zu sammeln und den Hörer zu versöhnen. Ein Maiden-artiger Anfang leitet diese knapp 8minütige Hymne ein und besticht durch eine wiederum sehr gute Gitarrenarbeit, die durch die treibenden Drums den richtigen Druck erhalten und eine hymnische Melodieführung im Gesang.

Somit bleibt zu sagen: hätten sich Dungeon die 2 „Ausfälle“ gespart, wäre ‚One Step Beyond’ ein echter Hammer geworden, den sich jeder Fan von Acts wie Iron Maiden, Wardog oder Gamma Ray gewünscht hätte. So haben wir es hier „nur“ mit einer sehr guten Metal-Platte zu tun, die Appetit auf mehr macht!

Michael Meyer






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