Reviews

66 Sick

Label: Nuclear Blast (2005)

Das letzte Album von Disbelief war eines der Highlights 2003 und hatte in meinem CD-Spieler doch ziemlich viel Zeit verbracht. Eine gewisse Vorfreude auf die neue CD der Hessen war dann doch vorhanden, als ich „66 Sick“ im Briefkasten vorfand. Schnell mal reinhören also, bevor es zur Uni geht, aber so läuft es mit der neuen Platte nicht. Denn nach dem kurzen Schnupperkurs war ich zunächst nicht gerade begeistert. Eine neue Produktion geht nur schwer ins Ohr zunächst, ebenso wie die Apokalyptischen Reiter ist man nach Dänemark zu Tue Madsen gegangen und der hat eine härtere, klarere und kantigere Produktion für die Band gezimmert. Die warmen Sphären des Vorgängers, mit tiefen Bässen und abgedrehten Gitarren sind erstmal passé. Enttäuscht sein muss man deswegen als Fan des Vorgängers aber nicht, denn nach drei bis vier Durchläufen gefällt auch der neue, mehr am Livesound der Band orientierte Klang von „66 Sick“. Jagger schreit wieder mehr, die klaren Passagen wurden etwas zurückgenommen, sind aber noch präsent. Die Gitarren sägen mehr und wärmen nicht mehr so von innen, dennoch ist der Stil der Band unverkennbar vorhanden, geht nur wieder in eine etwas andere Richtung. Die Hits des Albums brauchten auch ein wenig, aber dann... Mittlerweile kann ich kaum noch davon lassen, ‚Sick‘, ‚For God?‘, ‚Rewind It All‘ und ‚Try‘ sind einfach der Hammer, doch bis auf ‚Crawl‘ ist kein Song schwach. Die limitierte Erstversion enthält zudem Coverversionen von Scorpions, Accept, Slayer und Iron Maiden. Fans also beeilen.

Fazit: Je häufiger gehört, desto besser passt das Album. Die langsamen Bangrhythmen, das tiefe Gegröhle und dazu wunderschöne Leads, es passt wieder, wenn auch nicht ganz die emotionale Tiefe von „Spreading The Rage“ erreicht wird. Ein Album das Disbelief weiterbringt, keine Sackgasse öffnet und hoffentlich den endgültigen Durchbruch für die sympathischen Deather bringt. Death Metal Highlight.

Christian Kremp






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