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Humanomalies

Label: Rough Trade Distribution (2002)

Die mailänder Band, bestehend aus Steve Sylvester (Gesang), Oleg Smirnoff (Keyboard & Synths), Emil Bandera (Gitarre), Anton Chadey (Schlagzeug) und Kaiser Sosse (Bass), begann bereits im Jahre 1988 mit den Aufnahmen ihres Materials. Seit her brachte das Gothic-Quintett sieben Alben auf den Markt. Nun erschien ihr neues Werk „Humanomalies", dessen Aufnahmen unter der Aufsicht von David Schiffman (Rage Against The Machine, Red Hot Chili Peppers, System Of A Down,...) in den USA abgeschossen wurden. Beim Intro ‚The Sideshow’ hat der Zuhörer das Gefühl er stünde auf einem stark besuchten, lärmenden Rummelplatz. Im Hintergrund ertönt eine anpreisende Stimme die ab und zu im Getöse untergeht und einem schon mal mit der songwriterischen Orientierung der Band bekannt macht. Die ersten 11 Sekunden des zweiten Tracks ‚Gcand Guignol’ lassen einen zuerst vermuten, dass es sich hier bei um progressiven Techno handelt, bis der Gitarren-Sound einsetzt. Hierzu wurde die Stimme des Sängers an einigen Stellen bearbeitet, so dass sie verzerrt und teilweise obskur klingt. Auf Track 6 geben Death SS Überraschenderweise eine Ballade zum Besten. ‚The Sleep Of Reason’ heißt das Stück und ist das Ergebnis aus Sylvesters zittrigem, Gothic-angehauchtem Gesang gepaart mit Klavierklängen und einigen elektronischen Elementen. Mit Track 9 begeht die Band dann ein wahres Sakrileg. Meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich, als ich feststellen musste, dass es sich bei dem Song tatsächlich um ein Cover des Rolling Stones-Klassiker ‚Sympathy For The Devil’ handelt und dazu auch noch ein besonders schlechtes. Das achte Werk der italienischen Pseudo Horror-Band ist zwar nicht wirklich gruselig - wenn man von Track 9 absieht - jedoch musikalisch, wenn auch nicht textlich, einigermaßen abwechslungsreich.

Gastredakteur






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