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Deacon Street Project
Deacon Street Project

Label: AOR Heaven (2004)

Ein wirkliches Edelmetallgewitter wird wohl keiner ernsthaft erwarten, wenn sich Begleitmusiker von Madonna, Richard Marx etc. zusammenfinden. So ist denn auch die musikalische Marschrichtung dieser durchaus gelungenen Scheibe im Schnittbereich zwischen Foreigner und Giant zu suchen. Netter Powerpop mit gelegentlichen Hardrock Anleihen. Die Gitarrenarbeit ist recht ordentlich, die Hooklines zünden zuweilen ganz nett (,Radio’) und die Produktion ist transparent. Mit ,Changes’ ist gleich an der zweiten Stelle einer der schnellsten Tracks der gesamten Scheibe am Start. Insgesamt bleibt mir die ganze CD ein wenig zu blutleer, auch wenn sie beileibe die meisten AOR-Veröffentlichungen der letzten Monate lässig hinter sich lässt. Es bleibt die Erkenntnis, dass nur drei Dinge denkbar sind, wenn man Skandinavier mit elektrischen Gitarren in einem Raum lässt:

1.) Sie stehlen Muttis Schminkkasten und schlachten Nachbars Katze, ergo spielen Black Metal und beschmieren sich noch wahlweise mit rechten Emblemen.

2.) Als wahre Rock’n’Roll Urviecher riffen sie alles platt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist (vgl. Gluecifer, Backyard Babies, Hellacopters...)

3.) Sie produzieren aalglatten, technisch versierten Poprock zwischen ABBA und Foreigner.

In diesem Falle gehören sie also eindeutig der letztgenannten Kategorie zu. Solltet Ihr diesen Tonträger bei dem Händler Eures Vertrauens finden, dann riskiert doch mal ein Ohr. Denn schlecht gemacht ist das nicht!

Frank Scheuermann






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