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Back Thar N' Over Yonder

Label: Atlantic Records (2013)

Ich hätte vermutlich keinen Pfifferling darauf verwettet, von der Südstaatenlegende Black Oak Arkansas noch einmal ein Lebenszeichen zu hören oder zu sehen. Satte 13 Jahre ist es her, dass Jim Dandy und Co. mit "The Wild Bunch" einige neue Songs und einige Rerecordings auf die Menscheit losgelassen haben. Davor gab es ebenfalls lange nichts, so dass die vorher letzten Lebenszeichen "Rebound" (1990), "Ready As Hell" (1984) und "The Black Attack Is Back" (1985) waren, davor noch "Race With The Devil" (1977) und "I'd Rather Be Sailing" (1978). Wenn man bedenkt, dass die gleiche Truppe von 1969 bis 1976 manchmal drei (!!!!!) Scheiben pro Jahr veröffentlicht hat, ist das schon bemerkenswert.

Black Oak Arkansas, die Band, die ihre erste PA aus der örtlichen Schule geklaut hatte und bis 1976 in einer Kommune in den Ozark Mountains gelebt hatte, war bekannt für ihren dampfenden Boogierock, der mit Banjo, Waschbrett, Pedal Steel und akustischen Gitarren um einige Countryelemente angereichert und später um Funkbeats ergänzt war und für den merkwürdigen aber stets sympathischen Gesang ihres Shouters James "Jim Dandy" Mangrum. Er klingt in etwa wie ein brünftiger Breitmaulfrosch auf Amphetamin. Dazu seine Bühnenpräsenz, die später von einem kalifornischen Jungen namens David Lee Roth zu 100% adaptiert worden ist.

Wie klingen also diese älteren Herren, von denen immerhin drei Originalmitglieder bei der 2013er Reunion beteiligt sind? Bei den fünf neuen Stücken, die manchmal unter einer etwas mumpfigen Produktion leiden, könnte man streckenweise meinen, es handle sich um Outtakes der frühen 70er Jahre. Etwas Heavyrock, etwas Country, viel Boogie. Und Jim Dandy kann immer noch nicht wirklich singen, was aber meiner Freude an seinen Darbietungen keinerlei Abbruch tut. Der Rest sind zum Teil komplett unveröffentlichte Stücke der 70er Jahre, zum Teil Lieder, die es nur in Liveversionen auf der göttlichen "Raunch'n'Roll" Scheibe von 1973 gegeben hatte, zum Teil Alternativversionen bekannter Titel. Das Gute daran: Sie wurden vornehmlich vom legendären Tom Dowd produziert, wodurch sie zum Teil einen viel besseren Sound haben als die neuen Stücke. Mein Tipp: Gebt der Band richtig Geld für ein vernünftiges Studio und einen teuren Produzenten, und das alte Flaggschiff wird wieder rund laufen. Für mich eine wundervolle Ergänzung meiner Sammlung und trotz der angesprochenen Mängel ein ganz klarer Kauftipp für alle Southern Rock Freunde!

9/10

Frank Scheuermann






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