Reviews

Morningwood

Label: Record Heaven (2008)

Black Sabbath anno 1970. Noch Fragen?

Okay, okay, okay, ich mach’s mir jetzt nicht ganz so einfach, obwohl mit der ersten Zeile dieser Kritik so ziemlich alles gesagt ist! Wie nicht anders zu erwarten, klingen Blowback genau nach der Mischung aus Doom, Heavy Psych und Hardrock, für die das schwedische Transubstans Label bekannt ist. Genau genommen ist es unglaublich, wie viele fast identisch klingende Bands man noch aus dem Hut zaubern kann. Versteht mich nicht falsch, denn ich liebe diese Art von Musik. Damit bin ich groß geworden. Sehr groß! Und ich werde nicht müde, diese Musik immer wieder anzuhören. Trotzdem hätte mich ein Ansatz bei dieser Firma, der einmal in eine andere Richtung weist, auch einmal erfreut. Was soll’s. "Morningwood" klingt mit seinen größtenteils schleppenden Nummern, die an den Drums extrem perkussiv begleitet werden,  wirklich sehr nach Bill Ward mit seiner Stammband. Wer sich das Booklet genau ansieht, der merkt auch, dass Drummer Henke auf seiner Bass Drum die Buchstaben "Black Sabbath" stehen hat...Dabei sind sie keine reine Coversband. Vielmehr kann der geneigte Hörer auch die üblichen Stonerrocker (Kyuss u.ä.) erahnen. Ab und an wird dann auch einmal das Gaspedal durchgetreten, so dass man nicht in Versuchung gerät, ausschließlich im Doomsektor gehört zu werden. Dabei bleibt man dem Heavy Psych Bereich aber treu und rutscht nicht in den benachbarten Metalsektor ab. Allerdings ist die stilistische Nähe zu Bands wie Witchcraft oder Graveyard (allerdings mit größerem Improvisationsanteil!) immer noch frappierend. Der größte Anspieltip für mich ist gleich der Opener 'Kamasutra', der ja - Gott sei Dank - ausnahmsweise keinerlei 70er Assoziationen hervorruft...(Ironie ist nichts zum Essen!).

Nun denn. Wer glaubt, die einzig gute Musik sei zwischen 1969 und 1973 eingespielt worden, der bekommt hier neuen Stoff, der aber durch und durch so retro klingt, dass man gewillt ist, eine Tasse Jasmintee zu schlürfen und dabei ein Räucherstäbchen zu zünden. Far Out!

Frank Scheuermann 






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