Reviews

Live

Label: Pork Pie (2003)

15 Jahre The Busters hieß es im letzten Jahr auf ihrem Geburtstagskonzert in ihrer Heimatstadt Wiesloch und nun kann sich auch der geneigte Fan ein Bild davon machen, was die 12 Jungs denn so bei ihrem Jubiläum verzapft haben...

Wie gesagt die Jungs feiern Geburtstag und welcher Song könnte da besser passen als der ‚Birthday Song’? Richtig keiner, darum wird das dritte Live-Album der Busters auch mit diesem Song eröffnet. Im Anschluss geht es erstmal aktueller zur Sachen, denn die beiden Songs ‚Sleep Away The Rainy Days’ und ‚Every Night’ stammen von ihrem letzten Studioalbum „360°“. Ups einen Song hab ich doch glatt unterschlagen. ‚Dead Or Alive’ der absolute Kracher schlechthin hat sich zwischen die eben erwähnten geschlichen. Der kultige Teil nimmt mit ‚Ruder Than Rude’ und ‚Summertime’ weiter seinen Lauf, wobei der Singalong ‚Summertime’ bis zum letzten ausgereizt wird bis schließlich alle 5000 Zuschauer den Song mitgröhlen und hüpfen, was man natürlich nicht hört. Auch dem Pop- und Superstar-Boom wurde Tribut gezollt, denn ‚I Don’t Like Your Music’ ist der perfekte Kommentar zu solchen Veranstaltungen. Den nächsten Song (,Wendy') durfte man bisher noch nicht so oft live genießen, aber an ihrem Geburtstag machen die Jungs mal eine Ausnahme. Mit zweitem Posaunisten (Heiko Raubach) bekommt der Song den richtigen Touch und überzeugt durch geniale Bläsereinsätze. Was nun noch fehlt ist klar, ein Cover muss her, aber nicht irgendeins, sondern ‚These Boots Are Made For Walkin’’ als All-Star-Version, das heißt alle ehemaligen und aktuellen Busters intonieren diesen Song gemeinsam, einfach herrlich. Ihr Statement zum Thema Rassismus verbirgt sich unter dem Namen ‚Wir lassen es nicht zu’. Das bereits im Tigerentenclub vorgestellte Lied wird durch den Wieslocher Jugendchor unterstützt und da die jungen Leute nie genug bekommen wird der Song kurzer Hand verlängert. Wer nun denkt diese Gastauftritte waren schon alles, der täuscht sich gewaltig, denn der wohl bekannteste Gastsänger dieses Open Airs kommt erst im Song ‚Liebe macht blind’ auf die Bühne. Wer schreibt gern ironische Songs in deutscher Sprache? Richtig Farin Urlaub ließ sich diesen Auftritt nicht nehmen, zudem unterstützte ihn die Bläserfraktion der Busters bei seiner Solo-Tour durch Deutschland. Ein Blick auf den CD-Player lässt einen in traurige Stimmung verfallen denn es stehen nur noch zwei Songs aus: mein Favorit ‚No Risk, No Fun’ und den Saal- bzw. Wiesenräumer ‚Skank Down’, wobei letzterer die Zugabe auf dieser CD darstellt.

Das ist zwar schon das dritte Live-Album der Busters, aber definitiv das Beste, denn mit solchen Gastauftritten wird dieser Silberling sicherlich zu einem Pflichtkauf der Skankin’ Gemeinde.

Nils Manegold






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