Reviews

Abyss Of Darkness

Label: Scarlet Records (2003)

Broken Arrow stammen aus Italien. Normalerweise bräuchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter zu schreiben. Was kann man aus dem Land der Pizza und der Spaghetti schon anderes erwarten, als ein Drachen auf dem Cover, 08/15 Powermetal und einen Sänger, der mehr jodelt als singt? Dass es doch noch Hoffnung gibt, belegt diese Scheibe, also könnt ihr ruhig weiterlesen...

Nicht Hammerfall, Rhapsody oder Stratovarius heißen die Vorbilder, sondern Black Sabbath, Queensryche und Rainbow. Dementsprechend gibt’s statt Drachen und Kriegern ein nicht minder kitschiges Cover, bei dem nur wenig darauf schließen lässt, dass man es hier mit einem Metalalbum zu tun hat. Von den Bandmitgliedern dürfte höchstens Gitarrist Nick Savio ein Begriff sein, der auch für White Skull zur Klampfe greift. Power Metal meets classic Hard n Heavy atmospheres, so lautet die Anpreisung des Labels für die erste Scheibe „Abyss Of Darkness“. Damit haben sie es auch ganz gut getroffen. Das Album bewegt sich überwiegend im Midtempo Bereich, die Wurzeln der Band sind klar im Melodic Bereich verankert, auf denen die bereits erwähnten Hard n Heavy Passagen aufbauen. Shouter Dave Baduena hat es mir sofort angetan, bietet er doch mit seiner rauen Stimme einen gelungenen Gegenpart zu den harmonischen Arrangements. Das Bemühen der Band, abwechslungsreich zu klingen, ist Ihnen nicht abzusprechen. Mit ‚The Gothic Line’ hat man sogar einen reinrassigen Hard Rock Song am Start, die Keys sind mal episch, mal modern gehalten, bei. ‚Angels Of Fire’ überrascht man sogar mit progressiven Zügen, Gitarrist Nick Savio ist auf jeden Fall ein Gewinn für die Band. Die überragenden Stücke dieses Albums sind neben ‚Frozen Tears’ ‚Isaac Story Part I. und II’, was zugleich auch das Dilemma beschreibt: Hier haben wir es wirklich mit zwei reinen Powermetalstücken zu tun, die zum Ausklang noch einmal ordentlich Wind entfachen. Ansonsten hören sich die Tracks zwar allesamt gut an, doch auf Dauer entwickeln sie keine fesselnde Wirkung. Zudem hat man bei den Gesangslinien einige Male ein Deja-Vu Erlebnis, hier hat man sich wohl etwas zu viel bei der Konkurrenz abgeschaut. Bis auf die genannten Stücke fehlt oftmals der letzte Biss, schade.

Broken Arrow heben sich bereits stilistisch von ihren Landeleuten ab. Um jedoch auch von sich reden zu machen, muss musikalisch mehr kommen, sonst wird’s schwer. „Abyss Of Darkness“ ist eine ordentliche Debüt Scheibe - nicht mehr und nicht weniger.

Oliver Bender






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