Reviews

III

Label: Radar Music (2006)

2001 erstand aus den Ruinen von The Asstones und On Parole die Gruppe The Bordells. Doch wie das am Anfang oft der Fall ist, war das Line Up noch nicht ganz ausgereift. Nach diversen Besetzungswechseln fand man im Selfish Gitarristen Ciaron Hausmann einen Bassisten und im Ex-Fettfleck Drummer Marco Sgualdino die endgültige Aufstellung. Das Debüt „Selected Fine Rock 'n' Roll Music“ wurde im Proberaum auf CD gebannt und darauf folgte eine Dauertournee. 2002 gab es wieder einen Wechsel, Marco geht und sein Ersatzmann bei diversen Gigs, Sascha Fischer, rückt nach. Es folgte „Down & Out“, das sehr gute Kritiken erhielt, aber dennoch fanden die Jungs kein Label. Nun kommt „III“ über FNR...

Rotziger, frecher und sehr AC/DC angehauchter Rock’n’Roll beschreibt den Stil von The Bordells am Besten. ‚Back To Hell’ bringt den Hörer gleich auf den Geschmack. Lemmy hatte mindestens genauso viel Einfluss, wie die australischen Hard Rocker, wie man dem Gesangsstil und dem Bassanteil entnehmen kann. ‚Sad Song’ präsentiert sich weniger schnell und wirkt geradezu entspannend. Der Titel passt nicht so ganz, denn traurig ist der Song nicht wirklich, jedenfalls nicht was die Stimmung angeht. ‚Outside Of Town’ ist da schon etwas nachdenklicher und hätte den Titel eher verdient. Man könnte das Stück schon fast als vollwertige Ballade bezeichnen, was nicht heißt, dass es Softrock oder Ähnliches ist. Es geht mit dem Rotzrock weiter, den die Jungs bereits zu Anfang präsentiert haben. Langeweile lassen sie dabei nicht aufkommen, denn es ist wie bei AC/DC, die Musik hat ein gewisses Suchtpotential, das sich langsam aber stetig aufbaut. Die beiden letzten Stücke drehen sich um klassische Themen des, von den Bordells, eingeschlagenen Musikpfades: Rock’n’Roll und Bier. Genau letzteres könnte der Musik den letzten Schliff geben und wird jedes Konzert der Truppe zu einem Erlebnis machen.

AC/DC Fans sind willkommen mal reinzuhören, denn The Bordells rocken das Haus.

Winfried Bulach