Reviews

Ecliptic EP

Label: Copro Records (2003)

Nachdem sich die legendäre Band Earthtone9 aufgelöst hat, hingen einige Bandmitglieder ihre Instrumente an den Nagel, doch andere hingegen widmen sich der Musik nach wie vor. Ein Projekt nennt sich The Blueprint, welches im letzten Jahr seine ersten Songs auf der EP „*zero*zero*one*“ veröffentlichte. Nun gibt es mit „Ecliptic“ einen Nachschlag, zwar hat es wieder nur zu einer EP gereicht, aber die Jungs stehen während der knapp 24 Minuten ständig auf dem Gaspedal...

Als kleines Intro fungiert ‚Elements Of Refusal’, klein ist gut, denn in diesem 3 ½-minütigen instrumentalen Stück geht so richtig die Post ab, bevor man tiefer in die Schaffenskunst der Briten einsteigt. ‚This Ends Here’ wäre zwar ein vortrefflicher Song um einen Silberling ausklingen zu lassen, aber The Blueprint kommen bei diesem Track erst so richtig in Fahrt und zeigen dem Zuhörer aus welchen Holz sie geschnitzt sind. Ziemlich progressiv mit einer Note Hardcore und einem unheimlich harmonischem Gesangsduo bestehend aus Karl Middleton und Will Burchell, die den Zuhörer mit rockigen, leidenden und aggressiven Vocals in ihren Bann ziehen. Eintagsfliege? Glückstreffer? Keinesfalls, denn ‚Hail Of Splinters’ schlägt in dieselbe Kerbe und macht quasi dort weiter wo ‚This Ends Here’ aufgehört hat: geniale Melodyline, akustisch anmutende Riffs gepaart mit typischen Punkrock-Gitarren und cool tiefe Crawls zwischen mitfühlenden Gesangslinien machen auch diesen Track zu einem wahren Meisterwerk. Das sie aber auch anders können zeigt das Quintett mit ‚Sans Chorus’. Die Verses werden zu 100% dem Hardcore angepasst, das heißt hämmernden Gitarren und aggressive Vocals, der Chorus hingegen besticht durch den cleanen unter die Haut gehenden zweistimmigen Gesang, durch diese Kombination ist es selbstverständlich das die Jungs enorm viele Rhythmuswechsel eingebaut haben. Leider ist „Ecliptic“ nur eine EP geworden, die durch den Rausschmeißer ‚Scorched Earth Policy’ stilgerecht beendet wird. In den letzten 5 Minuten der Scheibe packen The Blueprint noch mal alles aus, was sie zu bieten haben: mehrstimmige und variationsreiche Vocals, ruhige, progressive und aggressive Melodien und einem immer und überall dominierenden Drummer namens Chris Billam.

The Blueprint haben das Zeug zu wahren Helden eines fast neuen Genres - dem Progressiv Punkrock - zu reifen, allerdings wird das kaum jemand honorieren, da sich The Blueprint wohl eher im Underground aufhalten werden, es sei denn sie landen einen Big Deal. Richtig geile Mucke von der Insel, einzigartig.

Nils Manegold






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