Reviews

Three Humid Nights In The Cypress Trees

Label: Victory Records (2002)

Bloodlet ist die zweite Knüppelband, die Anfang des Jahres bei Victory bestätigt wurde. Nun ja so neu ist die Band auch wieder nicht denn man spielte schon in den Jahren 1992 bis 1998 zusammen ehe man sich trennte. Nach dreijähriger Pause traf man sich im Jahr 2001 wieder und begann dann im März 2002 mit den Aufnahmen zum Longplayer „Three Humid Nights In The Cypress Trees“. Die Arbeiten im Chicagoer Electrical Audio Studio mit Produzent Steve Albini dauerten ganze neun Tage und schon war man fertig und hatte seinen nagelneuen Silberling im Kasten. Bloodlet bieten auf ihrem neusten Werk „Three Humid Nights In The Cypress Trees“ 42 Minuten rohen in-your-face Hardcore mit hämmernden Drums, einfachstes Gitarrenriffing und einer eher gewöhnungsbedürftigen Stimme von Frontsänger Scott Angelacos. Als Opener dient der Song ‚Learn To Fly: Ascent’ (erste Teil der Trilogie), der eindeutig die Marschrichtung vorgibt: crowlende Verses, cleaner Chorus und abgehende Hardcore Riffings, typischer Hardcore eben. Teil zwei der Triogie ‚Learn To Fly: Descent’ macht da weiter wo ‚Learn To Fly: Ascent’ aufgehört hat und wird nun emotional, denn im Mittelpart wird es ruhig und ein Klavier begleitet Scotts abgehackte und leidende Vocals, bevor man wieder richtig aufs Gas tritt. Bei ‚The Way Of The Will’ geht es ein wenig ruhiger zur Sache, denn die Gitarren klingen stellenweise recht progressiv und auch der Gesang wurde durchgängig clean gehalten. Der letzte Part der Trilogie ‚Learn To Fly: Impact’ übernimmt den Speed vom Vorgänger, ehe es wieder gemäßigte Klänge zu hören gibt: Bloodlet haben nun einen akustischen Part eingebaut, wobei der Bass eindeutig die Melodyline für sich beansprucht, das Ende der Trilogie führt uns wieder zum Thema des ersten Teils. Abgerundet wird das Album durch den härtesten Song des Albums (‚The Way Of The Knife’), der zwar nichts Neues bringt, aber ein versöhnlichen Abschluss darstellt.

Fazit: Bloodlet haben viele Ideen und sind spürbar experimentierfreudig, aber der gewisse Funke möchte einfach nicht überspringen, selbst nach mehrmaligem Hören nicht. Also wer schon eine neu Hardcore CD erwerben möchte der sollte dann wohl eher bei Atreyu zugreifen.

Nils Manegold