Reviews

Nosferatu

Label: Metal Heaven (2006)

Das Artwork bei dieser neuen schwedischen Formation ist alles andere als einheitlich. Auf der Vorderseite lacht einem der Leibhaftige persönlich ins Gesicht und läßt auf ein klassisches Heavy Metal Albums schließen. Die Rückseite zeigt die Protagonisten im typischen Black Metal Stil geschminkt, sodass ich mich schon darauf eingestellt hatte, diese Scheibe an unsere Spezies für diese Stilrichtung weiterzureichen.

Glücklicherweise lag die erste Vermutung eindeutig näher an der Wahrheit. Mit Black Metal hat diese Scheibe nicht viel zu tun. Bloodbound spielen melodischen Powermetal und das für ein Debut auf gehobenem Level mit altbewährten und dennoch frischen Ideen. Eine Brise von Hammerfall, ein Hauch von Freedom Call sowie einen Haufen guter Songstrukturen machen diese Scheibe aus, auf der kein einziger Schwachpunkt auszumachen ist. Zudem hat man mit Urban Breed (ehemals Tad Morose) einen fantastischen Sänger am Start, dessen stimmliches Leistungsspektrum der Band vielfältige Möglichkeiten eröffnet. Sind die ersten Stücke ,Behind The Moon’ und ,Into The Dark’ noch in der Rubrik ordentlich einzustufen, beginnt die Scheibe spätestens mit dem epischen ,Nosferatu’ (im übrigen kein Cover von Evergrey) tierisch zu rocken. Die folgenden Tracks ,Metal Monster’ ,Crucified’ oder das superbe ,For The King’ zünden ein Feuerwerk an spielfreude und ziehen den Hörer förmlich in ihren Bann. Wie es bei schwedischen Bands fast schon Standard ist, so hat man auch hier mit Tomas Olsson einen guten Mann am Start, dessen Spiel zuweilen Parallelen an die erste Scheibe von Meduza aufweist, wenn auch nicht mit ganz so vielen Einflüssen von Malmsteen. Einen starken Eindruck hinterlässt auch der Schlagwerker Oskar Belin, der mit Dampfhammer und Rhythmusgefühl die Songs vorantreibt.

Ob Nosferatu zu diesen Klängen seine Hörer schwingt, ist nicht übermittelt. Aber auch allen Sterblichen wird hier erfrischender Heavy Metal geboten, mit dem sich die Nackenmuskulatur gut stärken läßt. Starker Einstand!

Oliver Bender