Reviews

Resurrection Through Carnage

Label: Century Media (2002)

Nach mehrjährigen Bitten und betteln, seitens der Fans, wurde das Projekt Bloodbath fortgesetzt und dem Wunsch der Fans folgegeleistet: Ein full-length Album in die CD Läden getragen. Manch Kritiker wird sagen, schon wieder so’ne All-Star-Formation, die nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen. Dünnpfiff! Mit ihrer 3-Song-EP „Breeding Death“ haben die Herren zum einen schon angedeutet welche musikalische Linie verfolgt wird und zum anderen hört man deutlichst, dass das kein nebenher-Freizeit-Projekt darstellt, sondern eine ernst gemeinte Platte.
Dieses Album erinnert an die „gut, alte Zeit“ des Deathmetals: nicht lesbare Bandlogogs und ein von Blut triefendes Cover, welches mit Detailgenauigkeit und -verliebtheit besticht.

Wer die eingangs erwähnte EP für hart, brutal, zerstörerisch und barbarisch hält wird nach dem Genuss dieses Albums für seinen Sprachgebrauch den Superlativ entdecken. Härteste, brutalste, zerstörerischste und barbarischste Platte. Die harten Gitarrenriffs von Anders Nyström (Katatonia, Diabolical Masquerade), die üblen Vocals von Mikael Akerfeldt (Opeth), der giftige Basspuls von Dan Swano (Edge Of Sanity, Nightingale). Die Herren spielen ein Schweden-Brett der frühen Neunziger und brauchen einen Vergleich mit Dismember, Entobed oder Grave nicht zu scheuen. Ihre Extremität gepaart mit Minimalismus, weniger ist manchmal mehr, erinnert an die erwähnte „gute-alte-Zeit“. Für alle Hobbygitarristen sei noch das üble und zugleich geile Riff bei dem Song ‚Buried By The Dead’. Für alle Hymnen-Fans ist auch was dabei: ‚Bathe In Blood’.

Einen besonders hervorragenden Song kann und will ich nicht angeben, dafür ist mir der Aufbau des Albums zuschade (welchen man als eine ganze Geschichte sehen sollte) und würde den anderen Songs, bedingt, abträglich erscheinen. Aber jeder einzelne Song hat seine absolute individuelle Klasse und als ganzes gesehen, stellt „Resurrection Through Carnage“ ein geiles ausgewogenes Brett dar. Nach dem Genuss dieses Albums könnte man zu dem Schluss kommen: Heute ist ein guter Tag zum sterben. Mein Tipp: Gepflegtes, brutaler und blutrünstiger Deathmetal, Hurra!

Carsten Rothe