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Blink 182

Label: Universal (2003)

Endlich! Nach fast 2 Jahren ist es endlich soweit und die drei Jungs aus San Diego bringen ein neues Album auf den Markt. Seit ihrer Bildung 1993 hat es wohl keinen so großen Entwicklungsschritt gegeben wie bei diesem Album. Man kann es mit Recht etwas experimentell bezeichnen. Nicht mehr der typische spaßige Poppunk bildet den Hauptteil des Albums, sondern gereiftere Texte und experimentierfreudigere Musik.

Der Anfang des Albums ‚Feeling This’, welches auch gleich die erste Single ist, mag vielen Blink 182 Fans noch gefallen, spiegelt aber nicht den vollen Inhalt des Albums wieder. Spätestens bei ‚I Miss You’ einem für Blink-Verhältnisse schon recht langsamen Song, merkt man den Wandel. Er ähnelt absolut nicht den älteren Songs mit balladigem Charakter, wie zum Beispiel ‚Adam’s Song’, sondern zeigt die Variabilität die Blink vorher nie zum Vorschein hat kommen lassen. Aber es geht auch härter als bisher, wie man z.B. in ‚Go’ sieht. Mit ‚The Fallen Interlude’ werden die Punkgefilde komplett verlassen. Der Song ist mehr elektronischer Natur in Form von Beats die sehr nach Hip Hop klingen. In den drei Songs die auf ‚Go’ folgen, werden die Käufer der Vorgänger auf ihre Kosten kommen. Sie klingen sehr nach dem „alten“ Stil, sind aber etwas härter und temporeicher. Danach wird das Ganze etwas gebremst und mit ‚All Of This’ kommt Gast Sänger Robert Smith von The Cure zum Zug der bei diesem Song mitgewirkt hat. Der Track ist eine langsame Ballade die ziemlich gut gelungen ist, aber wohl keinen Zugang zum Ohr eines durchschnittlichen Party Hit Hörers finden wird. Hervorzuheben ist auf jeden Fall noch das geniale Solo von Travis gegen Ende von ‚I’m Lost Without You’, das ansonsten ziemlich langatmig und langsam wirkt. Den Abschluss findet das Album in einer Live Version von ‚Anthem Part Two’ in Gedenken an die guten alten Zeiten.

Als Fazit lässt sich sagen, dass der Wandel gut gelungen ist, obwohl wahrscheinlich ziemlich viele Hörer zuerst abgeschreckt werden, bevor sie den wahren Wert des neuen Stils von Blink 182 erkennen.

Winfried Bulach






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