Reviews

Bitune EP

Label: K.O.K.S. Music (2004)

Bitune, ein Quartett aus dem mir wohl bekannten Städtchen Eschwege, haben sich bereits im Jahre 1996 zusammengetan um zu Musizieren. Erst fünf Jahre und ein Jahrtausend später gab es mit dem selbstbetitelten Demo die erste Veröffentlichung der Band. Just dieses Demo bekam ex-Skunk Anansie Gitarrist Ace in die Hände und entschloss sich den Jungs ein wenig unter die Arme zu greifen. Das Resultat ist eine 5 Track EP, die einen ersten Vorgeschmack auf die Schaffenskunst der Eschweger Dietemänner (Stadtsymbol ;) ) bietet…

Schon im Opener ‚Still’ merkt man dem Quartett ihr Gespür für treibende Rhythmen an, ohne Kompromisse brettern sie nach vorn und das mit wahnsinnig eingängigen Vocals, die längere Zeit im Ohr nachklingen. Dumpfe Gitarren, Crossover Anleihen und aggressivere Vocals machen ‚All In One’ zu einem wahren Neckbreaker, obwohl die Nummer nicht so ins Ohr geht wie der Vorgänger, dafür sind die Nackenmuskeln bestens bedient. Vom Rocker zum Poper? Nein, nicht ganz, denn mit ‚Stars Are Stereo’ gibt es eine 5-minütige Ballade geboten, die mit so manch schönen Schnörkeleien (beispielsweise ein Grunge-artiges Zwischenspiel) zu überzeugen weiß. Ich kann mich nicht dem Eindruck entziehen, dass der vierte Song ‚Drain Away’ ein wenig progressiv daherkommt, vielleicht ist es er deshalb so gelungen. Nun ja Sänger und Gitarrist Sascha Wiegand überzeugt jedenfalls auf ganzer Linie und holt alles aus seinem Repertoire raus. Zum Schluss (‚Change’) wird nochmals die Keule ausgepackt und alles niedergewalzt was im weg steht. Natürlich gibt es in diesem grandiosen Finisher die eine oder andere ruhige Insel zu entdecken, aber das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf den doch recht eingängigen Abgeh-Parts, die durch das ein oder andere Soli dem i den Punkt aufsetzten.

Eine wirklich wunderbare EP, die das Quartett aus Nordhessen da abgeliefert hat. Hoffentlich werden die Jungs auch für ihre Mühen belohnt und setzten genug von ihrer selbstbetitelten und voller Energie strotzenden Debüt EP ab. Mich haben Bitune jedenfalls vollends überzeugt und ich kann nur noch einmal die Worte des ehemaligen Skunk Anansie Gitarristen Ace wiederholen „They really, really Rock“.

Nils Manegold






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