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The First Chapter

Label: Locomotive Music (2004)

Mit Dark Metal ist das so eine Sache. Manches klingt für mich sehr relevant, aber mit den Grunzpassagen tue ich mir einfach schwer. Da stellen die Skandinavier von Before The Dawn keine Ausnahme dar. Das Songmaterial kommt besser rüber als das von vielen anderen Vertretern des Genres, wenngleich ich dem cleanen Gesang deutlich mehr abgewinnen kann.

Aber über den Gesang und die Musik an und für sich möchte ich mich hier eigentlich gar nicht weiter verbreiten, da alle, die den Text lesen die Band sowieso schon kennen. Gehen wir daher also gleich zu den relevanteren Fragen über.

Die Bild- und Soundqualität erinnern mich eher an die Mitschnitte, die ich von meiner Band vom Jugendclub Schifferstadt aus dem Jahr 1998 kenne, als ein Freund der Band mit seiner SVHS-Kamera einfach mal die Grundeinstellung vorgenommen hat und dann am Tresen ein paar Bierchen getrunken hat. Naja, ein bisschen besser ist das schon, aber nur unwesentlich. Irgendwann habe ich dann mal angefangen, die Autos zu zählen, die deutlich erkennbar hinter der Bühne auf der Straße vorbeigefahren sind. Nee, Kinders, beim Schnitt müsst Ihr noch einiges besser machen. Der Sound reißt dann auch nicht wirklich viel heraus und das Bonusmaterial ist nett, aber wenig spektakulär.

Stellt sich also die Frage, warum man so etwas auf den Markt wirft. Nun, die Antwort liegt gemeinsam mit dem Titel der Veröffentlichung auf der Hand: „The First Chapter“, das erste Kapitel ist (nach nur zwei CDs) abgeschlossen und das Besetzungskarussell hat sich massiv gedreht, daher dieser bisherige Karriererückblick. Gegen die Authentizität der Aufnahmen will ich ja gar nichts sagen, aber hätte man auf die Hülle geschrieben „Official Bootleg“, wäre man der Wahrheit (bezüglich der gebotenen Qualität) doch erheblich näher gekommen.

Frank Scheuermann






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