Reviews

Lifetime Shitlist

Label: Eigenproduktion (2003)

Immer wieder überraschend was es so aus Japan zu hören gibt. Gerade im Death-Grind-Bereich ist der ferne asiatische Staat immer wieder für neue extreme gut. Man denke nur an Unholy Grave und eben Konsorten. In etwa diese Richtung bedienen diese jungen Herren auch. Knüppel mit krank gemischt. Aber und das hebt sie klar von vielen anderen Bands dieses Genres ab, verlieren sie nicht so schnell den Speedüberblick, sie haben gemerkt, dass man auch mit gemäßigtem Tempo durchaus zum Erfolg kommen kann. Darum werden hier auch in schöner Abwechslung Blastbeats an gute Midtempo-Riffs angehängt. Als Stilrichtung würde ich darum auch die nach Wichtigkeit sortierten Begriffe Death-Core-Grind nehmen, da auch ein rotzigeres, roheres Feeling besteht als bei anderen Krachmaten. Gesanglich wechseln tiefer Growlvocals mit einem Schreihals, dem wohl gerade Extremitäten abgetrennt werden, sehr abgefahren. Die Produktion ist ordentlich, könnte aber gerade beim tiefen Gesang etwas Politur vertragen. Sieht man sich die Japaner auf dem Backcover jedoch an, scheinen sie kaum älter als 20 zu sein. Also besteht durchaus noch Potential, vor allem da sie eine coole Version von Witchfinder General's 'No Stayer' eingespielt, die auch mit punkigen Einflüssen kokettiert. Auch 'Fuck Hip Raper' oder 'Control Of Own Hole' zeigen sehr gutes Feeling für Songwriting. Den Titelsong, ein Instrumental, hätte man sich aber sparen können, da er doch etwas unsauber klingt. Knaller der Platte ist 'Be Shatter Of Proof' kurz und geil. Wer also gerne etwas Grind hört, sollte Bathtub Shitter anchecken, da sie definitiv eine originelle Art dieser doch oft ausgelutschten Musikrichtung präsentieren und mit 38min auch ordentlich Spielzeit präsentieren. Erhältlich auch unter www.shitjam.com.

Christian Kremp






Rock & Pop Tickets bei www.eventim.de