Reviews

Facemelter

Label: Frontiers Records (2010)

Was waren das doch für Zeiten, als man mindestens einmal im Jahr mit einer neuen Y & T Scheibe rechnen konnte, und die Band dabei in Serie Platten wie "Earthshaker", "Black Tiger" oder "Mean Streak" auf die Menschheit losließ. Dann kam die übliche Verunsicherung durch ein paar Baumwollhemden tragende Dilettanten aus dem Bundesstaat Washington und die Luft schien für alle Zeiten raus. Platten wie "Musically Incorrect" oder "Endangered Species" konnte man als alter Fan einfach nicht ganz ernst nehmen. Dann war Schicht im Schacht.

Vor einigen Jahren dann die Outtakes und Raritäten-Kompilationen als quasi Lebenszeichen und danach einige Festivaldates. Und nun ist es so weit. Mit "Facemelter" liegt die erste neue Studioscheibe seit dreizehn (!) Jahren vor. Hat sich das Warten gelohnt? Wenn man auf die alten Scheiben bis 1985 steht, kann man nur sagen: Oh ja! "Facemelter" ist die am härtesten abrockende Scheibe seit "Black Tiger" geworden und greift auch vom Artwork her auf die Gestaltung der Klassiker zurück. Es hat sich für die Band wirklich gelohnt, die Songs weitgehend live einzuspielen. Soviel Spielfreude ist nicht häufig auf Platten des Jahres 2010 vorzufinden. Hier gibt es ein sattes Pfund davon! Die Verteilung der Instrumente auf die Kanäle ist fast optimal und der Klang überaus transparent. Von diesem Stoff will ich unbedingt mehr! Und so, wie die Band klingt, geht es Dave Meniketti und seinen Mitstreitern kein bisschen anders.

Frank Scheuermann






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