Reviews

Far From The Madding Crowd

Label: Locomotive Music (2004)

DSDS, Star Search und wie sie alle heißen. Es scheint in Mode gekommen zu sein, krampfhaft nach neuen Sternen der Musikszene zu suchen, die mit massenkompatiblen Songs als Geldbeschaffungsmaschinen funktionieren sollen. Die meisten von Ihnen sind schon wieder in der Versenkung verschwunden, den anderen steht es noch bevor. Auch wenn man wie bei allem im Leben ein wenig Glück braucht, generell setzt sich Klasse früher oder später durch. Diese These wird anhand von Patrik Johansson bestens untermauert. Wer kannte den Namen des schwedischen Sängers vor ein paar Monaten schon? Plötzlich macht er mit RichardAnderssons’s „Space Odyssey“ auf sich aufmerksam, brilliert ein paar Wochen später mit der neuen Metal Formation Astral Doors und fungiert nun auch als Frontmann auf der dritten Scheibe von Wulhering Heights. Patrik Johannsson – ein Name, den man sich merken sollte.

Während Space Oddyssey und Astral Doors mehr im klassischen Metal Sektor beheimatet sind, tendieren Wulthering Heights in eine ganz andere Richtung. Ähnlich wie bei Rough Silk experimentiert die Band mit sehr vielen Einflüssen, geht aber hierbei deutlich härter zur Sache. Die Basis ist ganz klar Heavy Metal, verfeinert wird dies von Folk, Country, Mittelalter und klassischen Ausflügen. Erstaunlicherweise gilt in diesem Fall nicht das Sprichwort „weniger ist mehr“, verbindet die Band doch die unterschiedlichen Einflüsse auf eine einzigartige Weise. Trotz der Vielfalt sind die Gitarren das prägende Instrument auf diesem Album und überschütten den Hörer ein ums andere mal mit genialen Riffs. Als Beweis hierfür möge das Instrumental ,Bad Hobbits Die Hard’ dienen, das jedem Hobbygitarristen die Tränen in die Augen treiben dürfte. Nicht minder beeindruckend ist das Drumming von Morten G. Sorensen, der bei der Vielzahl an Breaks nie den Überblick verliert und Takt und Tempo gekonnt bestimmt. Die Songs sind gespickt mit spielerischen Raffinessen, sodass die Scheibe auch beim x-ten Durchlauf nicht langweilig wird. Mit Sicherheit sind nicht viele Bands in der Lage, ein Stück wie ,Highland Wind’ zu schreiben, dass sowohl Dudelsäcke als auch spanische Melodien mit Western Flair verbindet. Eine interessante Variante hat man auch mit der Dreiteiler ,Longing For The Woods’ auf Lager: In der Basis sind alle drei Stücke ähnlich gelagert, dennoch werden die einzelnen Tracks in punkto Tempo und Atmosphäre unterschiedlich interpretiert. Herausragend hierbei ,Longing For The Woods Part III’ schon allein wegen dem fantastischen Gitarrensolo. Obwohl es den Songs an Abwechslungsreichtum nicht mangelt, hat man auch zwei langsamere Stücke am Start: Da wäre zum Einen ,The Bollard’, bestens geeignet für jedes Lagerfeuer und zum anderen ,Lament For Lórien, dass zum finalen Abschluss einen Hauch von Fantasie und Fabel erweckt und stilistisch bestens zu einem Film wie Herr Der Ringe passt.

„Far From The Madding Crowd“ ist Neoclassic Metal auf höchstem Niveau. Kaufen!

Oliver Bender






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