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Zehn

Label: KOPFproduktion (2005)

Wie am Fließband scheint die Produktion von neuen Songs und Alben bei den Pforzheimern von Wirksystem zu gehen. November 2004 und Mai 2005 kamen die letzten beiden Platten und nun im Oktober steht der nächste Release an. Wie kriegen die Jungs das hin, soviel Musik zu produzieren und sie nicht mal zu verkaufen, sondern gratis im Internet anzubieten? Keine Ahnung, aber es müsste mehr Bands dieser Art geben, denn dann könnten überteuerte Gruppen die total gehyped werden einpacken. Auch Produkte aus den Castingshows müssten nicht mehr so tun, als hätten sie ihre eigene Musik produziert. Doch nun zu „Zehn“, der zehnten Veröffentlichung von Wirksystem:

Die Jungs machen keine Kompromisse was ihren Stil angeht. Deutsche Texte und harte Gitarren gestalten weiterhin das Bild der Musik von Wirksystem. Experimente mit Sprechgesang gibt es im ersten Track ‚Spiel vorbei’, die sich ganz gut anhören, auch wenn man ein wenig an die Fantastischen Vier erinnert wird. ‚Hass mich’ hat etwas Rammstein-Feeling, obwohl der Anfang einen ganz anderen Eindruck vermittelt. Alternativ ist die Band auf jeden Fall, denn jedes Stück hat seinen ganz eigenen Charme und hebt sich von den anderen ab. Die Gitarren, der Gesang und das Schlagzeug bilden die Schnittstelle zwischen den Titeln. Als Vorbild haben bestimmt neben Rammstein auch Such A Surge gedient, denn die Verquickung von so verschiedenen Stilen zu solch einem Produkt wagen nur wenige Bands und liefern etwas ab, das sich so gut konsumieren lässt wie „Zehn“. Da macht auch ‚Müde’ keine Ausnahme, der als einziger Track auf der knapp vierzig Minuten Scheibe keine Saiteninstrumente involviert. Man hört nur die elektronischen Finessen und das Schlagzeug, welches den Grundstock hinter den übrigen Songs bilden. Alleine wirkt es etwas schwach, doch solche Versuche machen schlauer, so dass der Stil weiterentwickelt werden kann. Die Nachrichten hinter den Titeln sind manchmal leicht, manchmal aber auch extrem schwer zu verstehen. Glücklicherweise ist die benutzte Sprache deutsch, ansonsten könnte man zu manchen Texten nicht einmal Vermutungen anstellen.

Insgesamt haben Wirksystem wieder eine solide Platte abgeliefert, die sich jeder von der Bandpage saugen und anschließend konsumieren sollte.

Winfried Bulach






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