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Label: Frontiers Records (2005)

15 Jahre nach ihrer letzten großen Zusammenarbeit (die Gastbeiträge von Herrn Downes auf John Wettons letzter Soloplatte lassen jetzt einmal bewusst außen vor) bei Asia haben sich zwei der erfolgreichsten britischen Prog-Musiker wieder einmal zusammengetan. Geoff Downes’ Weg als Keyboarder ist schnell erzählt: Ende der 70er war er die Hälfte des Popduos „The Buggles“, das mit ‚Video Killed The Radio Star’ ordentlich das Sparschwein füllen konnte (die andere Hälfte war übrigens Produzent und Yes-Sänger Trevor Horn!). Danach folgten ein kurzes Gastspiel bei Yes und schließlich sein Engagement bei Asia (nebenbei jammte er noch mit anderen Szenegrößen wie Glenn Hughes und Steve Thorne). Länger und interessanter erscheint da John Wettons Biographie als Sänger, Bassist und Gitarrist: Mit den heftigen Jazzrockern Mogul Thrash startete er, dann kamen Family, Roxy Music, Larry Norman, King Crimson, Uriah Heep, UK, Wishbone Ash, Asia, Ken Hensley, Liesegang und eine große Solokarriere.

Unbestritten gehört John Wetton zu den ganz großen Rocksängern mit einer schönen warmen, unverkennbaren Stimme. Das bisherige musikalische Spektrum seines Schaffens umfasst ebenso abgefahrene Strukturen mit Polyrhythmik und atonalen Läufen einerseits wie ohrschmeichelnde, zuckersüße Harmonien andererseits.

Bei der gegenwärtigen Zusammenarbeit ist das Pendel -wie nicht anders zu erwarten- in die melodische Richtung ausgeschlagen. Das Duo bietet getragene, stark Melodie betonte Songs, die zuweilen symphonisch anmuten (‚I Stand Alone’), andererseits von jeder Asia-Platte der 80er Jahre stammen könnten (‚Let Me Go’, ‚Far Away’), manchmal fast wie ein Madrigal wirken (‚Meet Me At Midnight’). Dabei stehen durchweg die Keyboards und die Stimme im Vordergrund, auch wenn die Gitarrenarbeit durchaus präsent und exquisit ist.

Prominente Unterstützung finden die beiden übrigens in John Mitchell (Guitar, Arena), Hugh McDowell (Cello, ELO), Steve Christey (Drums, Jadis) und vor allem Annie Haslam von der Prog-Legende Renaissance (Vocals) und Ian McDonald (Flute, ex-King Crimson, Foreigner), mit dem John Wetton erstmals seit Pete Sinfield’s erster Soloplatte („Still“, 1973) und King Crimson’s „Red“ (1974) wieder zusammenarbeitet.

Frank Scheuermann






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