Reviews

2

Label: Frontiers Records (2006)

Der ehemalige Toto-Sänger Joseph Williams (und ganz nebenbei auch noch bekannt als die Gesangsstimme von Walt Disneys Simba aus „König der Löwen“) beehrt uns nun zum zweiten Mal mit einer Veröffentlichung seines neuen Projekts Vertigo. Und wie immer, wenn eine AOR-Legend von Serafino Perugino ins Studio gebeten wird, bekommt er eine ordentliche Produktion und eine amtliche Begleitmannschaft zur Seite gestellt. Für die Produktion zeichnet dieses Mal Fabrizio V. Zee Grossi verantwortlich, der nebenbei auch noch die tiefen Töne und die Tasteninstrumente beigesteuert hat und schon den Produzentenposten bei Gesangsgott Glenn Hughes einnehmen durfte. Daneben gesellt sich die italienische Gitarrenlegende Alex Masi hinzu und der von seiner Zusammenarbeit mit Mark Boals, Soul Sirkus und Ring Of Fire hinlängliche Superdrummer Virgil Donati. Das Ergebnis bietet das, was man von einer solchen Kooperation erwarten kann: professionelles Handwerk, einschmeichelnde Melodien und das notwendige Quäntchen Ruppigkeit bei der Gitarrenarbeit, damit man es als Rockmusik klassifizieren darf.

Natürlich wird sich kein einziger echter Headbanger diese Scheibe kaufen, aber alle, die Foreigner, Boston, Journey und die etwas härteren Stücke von Toto mögen, machen auch bei dieser zweiten Vertigo-Platte nichts falsch. Richtig gut wird die Scheibe allerdings nur in den Momenten, in denen man nicht bewusst die Charts anschielt. Meine persönliche Lieblingspassage ist die groovige Bassspur im Strophenteil von ‚Hold Me’. Unterm Strich bleibt mir aber zuviel an Durchschnittsware. Lediglich Ausflüge ins schnellere Fahrwasser wie das von Joseph Williams mitkomponierte ‚I Wanna Live Forever’ können eine eigene Note in die nicht gerade für ihre Innovationswut bekannte AOR-Szene einbringen.

Frank Scheuermann






Musicload