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The Elusive Light And Sound Vol. 1

Label: Favored Nations (2002)

Ausnahme Gitarrero Steve Vai hat es geschafft all seine bisherigen Filmkompositionen auf ein Album namens „The Elusive Light And Sound Vol. 1“ zu pressen. Den Anfang macht dabei der Kinks Klassiker ‚Celluloid Heros’, eine Hommage an alle Filmstars, die Mr. Vai in eine Art Musical-Gewand gesteckt hat. Es folgt ‚Love Blood’, der da schon eher zur Sache geht, denn man bekommt richtig guten Rock á la Gary Moore geboten. Nun kommen wir zu den eigentlichen Filmkompositionen, also zu den Filmbegleitenden instrumentalen Tracks. Den Anfang hierfür machen die vier Tracks zu ´Crossroads´, die auch gleich ans Eingemachte gehen, denn neben einigen O-Ton Einspielungen wird hier das Augenmerk ganz klar auf die Sologitarre gelegt. Also nicht so unbedingt die Musik zum genießen, eher zum Hören und Staunen. Mit seinen zwei Beiträgen zum Film ´Dudes´ wird es auch schon wieder ruhiger. Man bekommt gefühlvolle Gitarrenarbeit geboten, die mich stellenweise an den Song ‚I’m A Looser Baby’ erinnert. ´Bill & Ted’s Bogus Journey´ ist das nächste Thema, das in acht Akten debattiert wird. Steve legt hier Wert auf guten alten Rock, der zwar viel Gefrikel enthält, aber diesmal mit Schlagzeug und Keyboard richtig in Szene gesetzt wird und dadurch nicht so abgehoben klingt. Der Track ‚The Reaper Rap’ ist hier sehr empfehlenswert, denn über die eben angesprochene Musik werden einfach ein paar Dialoge des Films gelegt, so dass man das einem das Gefühl vermittelt wird, die Dialoge gehören zum Text. Für den Film ´Encino Man´ hat Mr. Vai noch mal ordentlich aufs Gas getreten, denn die beiden Tracks ‚Drive The Hell Out Of Here’ und ‚Get The Hell Out Of Here’ sind prima Autofahrer-Mucke, weniger Soli dafür genial melodische Riffs. Die restlichen 22 Tracks stammen von ´PCU´, hier kommt eine ganze Bandbreite an Instrumente zum Einsatz, nicht immer nur Steves Paradestück: die Gitarre. Also 22 recht ruhige und ´erholsame´ Tracks, obwohl es zwischendrin ziemlich abgeht, ehe sich mit ‚Now We Run’ das Ende dieses Werkes ankündigt. Steve Vai bietet dem Zuhörer knapp 70 Minuten Hörgenuss pur, wobei man einräumen muss, dass diese Scheibe wohl eher nur was für Gitarrenliebhaber und Instrumentalisten sein dürfte.

Nils Manegold






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