Reviews

Automotive Rampage

Label: Remedy Records (2003)

Eine Blondine in Bikini, die sich auf der Motorhaube räkelt. Das war mein erster Gedanke, was neben qualmenden Reifen und der Bierdose auf dem Cover noch fehlt. Sei’s drum, auch ohne Blondine lässt sich bereits erahnen, in welche Richtung das zweite Album der V8Wankers tendiert: Rock’n’Roll bis der Arzt kommt! Leider ist das viel gelobte Debüt der Offenbacher an mir vorbei gerauscht, umso gespannter war ich auf das neueste Werk „Automotive Rampage“. Im Nachhinein bin ich heilfroh, dass mein CD-Player nicht auch noch gequalmt hat, denn die Jungs haben hier eine Scheibe am absoluten Tempolimit fabriziert. Das letzte Mal habe ich etwas in der Richtung von den Traceelords gehört und das ist auch schon wieder 2 Jahre her. Bei den V8Wankers gesellt sich zudem noch ein gehöriger Schuss Punk dazu, der die 12 Songs gradlinig und kompromisslos auf der Überholspur hält. Die Texte entsprechen der Mucke und handeln von schnellen Autos und schönen Frauen. Frontmann Lutz Vegas peitscht mit seiner erdigen Stimme die Songs nach vorne und erinnert so manches Mal an die Mannen von Motörhead. Gepaart mit einem Schuss Rose Tatoo und Nashville Pussy ergibt sich ein extrem kurzweiliges Album, dass jede Party zum Beben bringen dürfte. Die Produktion macht einen professionellen Eindruck, der Sound bringt den dreckigen Kern der Songs sehr gut rüber. Meine Favoriten zu benennen würde bedeuten Eulen nach Athen zu tragen, dennoch möchte ich hierbei kurz den Titeltrack ‚Automotive Rampage’ erwähnen, ein fetter Stampfer zum Abschluss, die Altrocker von Status Quo lassen grüßen.

Die V8Wankers begeistern und stecken mit ihrer Mucke an. Die Band ist in diesem Jahr auch auf dem WOA am Start, also lasst euch das nicht entgehen. Bleibt nur noch folgendes zu sagen: „Listen - if you don’t like us, we don’t care - we’re wankers anyway!“

Oliver Bender